Hong Kong – 香港 (2005)

Vom 19. August bis zum 3. September 2005 ging es für mich nach Hong Kong (香港). Mein erster Urlaub seit acht Jahren.

Nachfolgend möchte ich nun meine Eindrücke und Erfahrungen in Hong Kong und Macau (澳門) schildern, die ich während meines zweiwöchigen Aufenthaltes in Asia’s World City machen konnte.

Hong Kong – es kann losgehen

So mein Rucksack ist nun gepackt und die Wage zeigt auch nur 16kg an. Allerdings vermute ich mal ganz schwer, dass es sich dabei um eine Damenwage handelt, die von Hause aus weniger anzeigt ;-). Naja, whatever. Wenigstens ist der Rucksack gepackt. Ich würds ja lieber wie James Bond machen, und einfach nur mit einer Kreditkarte reisen und im Bedarfsfall einkaufen.

In meinem Reiseführer – Lonely Planet: Hong Kong & Macau – habe ich mir auch nochmal alle wichtigen Stellen und Sehenswürdigkeiten angestrichen. Aber meine 2 Wochen werden wohl kaum reichen, um alles anzusehen, zumal mich meine Schwester, mit der ich mich am Samstag in Hong Kong treffen werde, wohl des öfteren auch mal nur am Strand (ja die gibt es auch in Hong Kong :-)) relaxen möchte.

Etwas Bammel habe ich nun vor dem Flug. Nicht zu sehr, weil es mein erster Flug ist, oder des Fliegens wegen, als vielmehr die Tatsache, dass ich in Frankfurt nur 55 Minuten Zeit zum Umsteigen habe. Aber wahrscheinlich stellt sich dies alles als unbegründet heraus. Und sobald ich im Flieger nach Hong Kong sitze kann ich wahrscheinlich auch das Filmprogramm an Bord genießen :-).

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Flug & Ankunft in Hong Kong

Am 19. August ging es um 16:10 Uhr mit ca. 30-minütiger Verstpätung von München nach Frankfurt. Der Flug dauerte anders als angegeben keine 60 Minuten sondern lediglich 35 Minuten, was die 30 Minuten Verspätung nicht so gravierend erscheinen lässt, in Anbetracht dessen, dass in Frankfurt nur 55 Minuten zum Umsteigen eingeplant waren.
Das war er also, mein erster Flug. Das ganze stellte sich als wesentlich unspektakulärer heraus, als es die mir zugetragenen Geschichten vor meinem Abflug vermuten liesen. Spaß macht das ganze meiner Meinung nach erst, wenn es etwas wackelt, wo Mancher dann seine Finger in die Armlehne krallen mag.
Nun also heil in Frankfurt angekommen machte ich mich über etliche Lifte und Laufbänder sowie durch eine erneute Passkontrolle (neben der neuen biometrischen Schleusse in Frankfurt) auf dem Weg zu meinem Gate. Der Aufruf meines Fluges auf halbem Weg lies ein gewisses Unbehagen in mir hochsteigen („Ich komm zu spät, ich komm zu spät!“). Angekommen am Gate offenbarte sich mir erstmal ein Blick auf mein Flugzeug, eine Boeing 747. Des weiteren viel mir auf, dass es sich bei den wartenden Passagieren zu 90% um Personen asiatischer Herkunft handelte. Ein kleiner Vorgeschmack auf die nächsten zwei Wochen als Europäer in Asien.
An Bord des 10 1/2 Stunden dauernden Fluges gab es dann gebratene Rinderhüftstreifen mit Broccoli, Maiskölbchen und Reis zu essen. Unterhaltungstechnisch wurde „Robots“ geboten. Der Film ist jedoch so schlecht, dass ich mich nach fünf Minuten bereits wieder den über 20 Radioprogrammen widmete. Die meiste Zeit des Fluges verbrachte ich dann auch schlafend.

Pünktlich um 10:25 Uhr Ortszeit landete mein Flug dann auf dem Hong Kong International Airport (香港國際機場), der sich auf einer komplett künstlich aufgeschütteten Insel vor Lantau befindet. Vom Gate ging es dann erstmal mit der flughafeneigenen U-Bahn zur Passkontrolle. Als ich meinen Stempel im Reisepass hatte ging es weiter zur Gepäckausgabe, wo mein Rucksack auch bereits auf dem Fliessband seine Runden drehte. Durch die hervorragende Ausschilderung am Flughafen gab es hier – außer meiner vergessenen Handy-PIN – keinerlei Probleme. Die PIN war deshalb vonnöten, da ich mit meiner Schwester, die aus Beijing (北京市) anreiste, am Flughafen verabredet war. Also erstmal ein paar Euro in Hong Kong Dollar (HK$) wechseln. [Merke: Bargeld nur für Notfälle mitnehmen, ansonsten mit EC-Karte (aufs Maestro-Symbol achten) abheben. Damit ist der Wechselkurs wesentlich besser.] Nachdem auch mein Versuch erfolglos blieb eine Telefonkarte zu kaufen, um zuhause anzurufen, und meine PIN in Erfahrung zu bringen, beschloss ich darauf zu verzichten, und diese später per E-Mail nachzufragen.

So besorgte ich mir erstmal eine Octopus-Card (八達通), mit der sich so gut wie alle öffentlichen Nahverkehrsmittel in Hong Kong (MTR, Tram, Fähren, …) bezahlen lassen. Ohne diese Karte müsste sonst immer mit abgezählten Münzen bezahlt werden, denn Wechselgeld gibt es nicht. Die Karte kann in jeder MTR-Station (die U-Bahn) an Automaten aufgeladen werden. Durch den integrierten RFID-Chip muss die Karte zur Bezahlung nichteinmal aus dem Geldbeutel oder Tasche genommen werden. Einfach selbige über den Sensor halten.
Gegen 13:30 kam meine Schwester dann auch in Hong Kong an. Selbes Spiel noch einmal, Geld wechseln und Octopus-Card besorgen.

Als wir die Ankunftshalle Richtung Bushaltestelle verließen, schlug uns ersteinmal eine schwüle Wand von ca. 30° und strömender Regen entgegen. Dies war zu erwarten, wurde von uns während unserer Reiseplanung jedoch wohlweislich ignoriert :).
Mit dem Airport-Express-Bus A11 ging es dann vom Flughafen in den Stadtteil Causeway Bay auf Hong Kong Island, wo wir ein Zimmer im Wang Fat Hostel – nicht zuletzt wegen der Empfehlung im Lonely Planet – reserviert hatten. Die Fahrt führte über die Tsing Ma Brücke (青馬大橋), die längste Hängebrücke der Welt, von Lantau nach Kowloon und schließlich durch den Kowloon-East-Tunnel unter dem Victoria-Harbour hindurch auf Hong Kong Island. Vorbei an etlichen Sehenswürdigkeiten kamen wir schließlich in Causeway Bay an. Dies gestaltete sich jedoch gar nicht so einfach, da zwar die ersten ca. 15 Haltestellen auf Englisch angezeigt wurden, aber anschließend nur noch wechselnd eine schwarze und chinesische Anzeige zu sehen war. Eine junge Chinesin half uns jedoch, an der richtigen Haltestelle auszusteigen. Nach etwas herumirren und auf Nachfrage bei einem freundlichen Chinesen, der uns sogar ein Stück begleitete/verfolgte, damit wir ja die richtige Straße erwischen, befanden wir uns schließlich vor unserem Hostel.

Erster Abend in Hong Kong

Nach dem Bezug unseres provisorischen Zimmers im zehnten Stock – wir bekommen am nächsten Tag wegen unserer langen Aufenthaltsdauer ein Besseres – hieß es erneut Geld wechslen, damit das Zimmer bezahlt werden konnte, und ich meinen hinterlegten Reisepass wieder bekomme. Auf der Suche nach einer Wechselstube stießen wir mehr oder weniger zufällig auf das World Trade Centre (世貿中心), ein Einkaufs- & Bürozentrum, dass auch etliche Restaurants beherbergt. Wir entschlossen uns im Shanghai Lu Yang Cun Restaurant (阿拉麵館) zu Abend zu Essen. Geordert wurde Fried Thick Noodle, Fried Chicken & Fried Pan Cake, was alles vorzüglich schmeckte. Meine erste Begegnung mit Essstäbchen (筷子) fiel jedoch sehr ernüchternd aus, und warf auch unweigerlich die Frage auf: „Wie werde ich die nächsten 14 Tage satt?“. Meine Schwester war hier dank drei Wochen Chinavorsprung wesentlich geschickter. Wenigstens hatten die Chinesen am Nachbartisch ihren Spaß damit, über meine erbärmlichen Fähigkeiten zu lachen.
Nach einem kleinen Verdauungsspaziergang durchs Viertel machten wir uns dann auch auf den Weg ins Bett.

Erste Erkundungen

Der erste Vormittag in Hong Kong war ziemlich trüb und wolkenverhangen. Wir entschlossen uns zu einem preiswerten Frühstück. 24HK$ für ein Croissant, Baguette, Kaffee und Orangensaft in einer Filiale von Delifrance, die in ganz Hong Kong zu finden sind. Wir waren – wie schon am Vorabend – im World Trade Centre. Nach der Lektüre des englischsprachigen HK-Magazines und der ebenfalls auf Englisch erscheinenden South China Morning Post machten wir uns zu Fuss Richtung Waterfront auf.

Durch eine Unterführung, die über die Tiefgarage des World Trade Centres erreichbar ist, gelangten wir zur Noonday Gun, die jeden Tag Punkt 12:00 Uhr abgefeuert wird. Für dieses Ereignis waren wir jedoch zu früh dran. Wir liefen weiter Richtung Wan Chai, und uns bot sich trotz einsetzendem Regen ein schöner erster Blick auf die beeindruckende Skyline Hong Kongs. Durch die engen Straßen mit ihren teilweise gewöhnungsbedürftigen Gerüchen machten wir uns wieder auf den Rückweg.

Hong Kong Museum of History (香港歷史博物館)

Wegen des nun stark einsetzenden Regens, entschlossen wir uns ins Hong Kong Museum of History (香港歷史博物館) zu gehen.
Der Fokus des Museums liegt auf Archäologie, Naturgeschichte, Völkerkunde und lokaler Geschichte. Mit The Hong Kong Story wird der Besucher durch eine aus acht Gallerien bestehenden Spaziergang durch Hong Kongs Geschichte geführt. Beginnend mit dem prähistorischem Hong Kong und endend mit der Rückgabe des Territoriums an China 1997.
Der Eintrittspreis von 10HK$ ist mehr als gerechtfertigt, und steht in keinem Vergleich zu den Preisen europäischer Museen.

Tsim Sha Tsui East Promenade (尖沙嘴東)

Vom Museum of History machten wir uns auf einen kurzen Fussweg Richtung Tsim Sha Tsui East Promenade (尖沙嘴東), die einen fantastischen Blick auf die Skyline von Hong Kong Island bietet. Leider war der Blick durch den wolkenverhangenen Himmel und den leichten Nieselregen etwas getrübt, was jedoch der Freude über das Erblickte keinen Abbruch tat. Bekannt von etlichen Bildern und Filmen, und nun endlich selbst mit eigenen Augen sehen. Ein schönes Gefühl. 🙂

Symphony Of Lights

Der Übergang von Tag zu Nacht geschieht in Hong Kong recht schnell, und durch das Fehlen der Sommerzeit ist es bereits gegen 20:00 Uhr stockdunkel. So konnten wir den Blick sowohl bei Tag als auch bei Nacht genießen.

Dem Hong Kong Shopping Festival haben wir zu Verdanken, dass wir nicht nur in den Genuss der Symphony Of Lights – einer Lichtshow an und über den Wolkenkratzern auf Hong Kong Island – sondern auch einem Feuerwerk über den Dächern selbiger teilhaftig wurden. Eigentlich sollte das Feuerwerk am Vorabend stattfinden, wurde aber wegen des schlechten Wetters auf Sonntag verschoben.

Star Ferry (天星小輪)

Zurück nach Wan Chai auf Hong Kong Island ging es mit der Star Ferry (天星小輪), deren Anleger sich direkt an der Tsim Sha Tsui East Promenade befindet. Die Star Ferry ist eine Hong Konger Institution und ist neben dem Peak das ToDo schlechthin für jeden Besucher.

Die Star Ferry verbindet seit 1888 Hong Kong Island mit dem Festland, und war bis 1972 – als der Cross Harbour Tunnel eröffnet wurde – die Hauptverbindung über den Victoria Harbour, und ist auch heute noch für einen Großteil der Personentransporte verantwortlich. Von den 8 Fähren, die alle ein Star in ihrem Namen führen [z.B. Morning Star (曉星號), Day Star (晨星號), Night Star (夜星號) oder Celestial Star (天星號)], werden täglich über 70.000 Passagiere auf vier Routen (Central – Tsim Sha Tsui, Wan Chai – Tsim Sha Tsui, Central – Hung Hom & Wan Chai – Hung Hom) befördert.

Die Überfahrt auf der Hauptroute Central – Tsim Sha Tsui kostet 2,20HK$ und kann selbstverständlich mit der Octopus-Card bezahlt werden. Wer „richtiges“ Star Ferry-Feeling haben will, dem sei das Lower Deck empfohlen (1,70HK$), wo einem der Wind um die Nase weht, man die Maschinen höhrt (und riecht) und man fast ausschließlich von Chinesen umgeben ist, denn die Touristen nehmen normalerweise das klimatisierte Oberdeck. 8)
Wem die kurzen Überfahrten nicht genügen, der kann auch die Star Ferry Harbour Tour machen, die in einem Rundkurs von circa einer Stunde alle vier Piers anfährt. Hierfür gibt es sowohl Einzelfahrscheine, wie auch Halbtages- und Tagestickets.

Hong Kong Convention & Exhibition Centre (香港會議展覽中心; kurz 會展) bei Nacht

Da sich direkt neben der Anlegestelle der Star Ferry in Wan Chai das Hong Kong Convention & Exhibition Centre (香港會議展覽中心; kurz 會展) befindet, beschlossen wir uns dieses noch etwas näher anzusehen. Wie der Flughafen ebenfalls auf einer künstlichen Insel errichtet bot sich von hier aus noch ein schöner Blick sowohl auf das nächtliche und hell erleuchtete Tsim Sha Tsui (尖沙嘴) wie auch auf Central und den Two IFC-Tower.

Die billigste Stadtrundfahrt der Welt

Am dritten Tag hieß es vormittags erstmal den Jet-Lag ausschlafen. Nachmittags ging es dann zur wahrscheinlich billigsten Stadtrundfahrt der Welt. Mit der Tram ging es durch die engen Straßenschluchten Hong Kong’s.

Die engen Doppeldecker Straßenbahnen fahren entlang der Nordküste von Hong Kong Island, auf einer 16km langen Strecke, und befördern täglich circa 280.000 Passagiere. Die Tram nahm ihren Betrieb 1904 auf und fuhr damals an der Küstenlinie entlang. Dies erklärt auch die hin und wieder seltsame Straßenführung, die teilweise nicht richtig passen mag.

Mit einem Platz in der ersten Reihe auf dem oberen Deck – für einen erstklassigen Blick – ging es von Kennedy Town, mit einem Umstieg am Western Market, nach Shau Kei Wan. Die Dauer der Fahrt beträgt circa 1 1/2 bis 2 Stunden. Der beeindruckendste Streckenabschnitt, mit seinen gläsernen Hochhäusern, kolonialen Überbleibseln und bunten Schildern über der Straße, ist zwischen Western Market und Victoria Park.

Jede Fahrt mit der Tram – egal wie kurz oder lang – kostet exakt 2HK$, die selbstverständlich mit der Octopus-Card bezahlt werden können. Die Bahnen fahren zwischen 6:00 Uhre und 0:30 Uhr alle zwei bis zehn Minuten, kommen jedoch meist in einem Pulk aus mehreren Straßenbahnen an. Anders als bei uns wird hinten Eingestiegen und vorne beim Aussteigen bezahlt.

Temple Street Night Market (廟街)

Von Sheung Kai Wan ging es dann mit der MTR (地鐵) – der U-Bahn – nach Kowloon, um dort den Temple Street Night Market (廟街) aufzusuchen. Der Markt öffnet bereits Nachmittags, doch die meisten Händler kommen erst ab 18:00 Uhr. Von billiger Kleidung, Uhren, raubkopierten CDs, Schuhen über Kochgeschirr und sonstigem Nippes bietet der Markt alles womit sich sowohl Touristen, aber auch Einheimische, zum Kauf verleiten lassen. Handeln ist in den Marktständen – anders als in den meisten Ladengeschäften – Pflicht.

Neben den Händlern sind auch etliche Wahrsager anzutreffen. Gelegentlich finden auch Aufführungen einer kantonesischen Oper unter freiem Himmel statt.

Überfahrt nach Lantau (爛頭)

Am vierten Tag entschlossen wir uns Hong Kong’s größte Insel zu besuchen – Lantau (爛頭). Wir machten uns am Morgen zum Outlying Islands Ferry Pier in Central auf, der sich direkt vor dem IFC befindet.

Die Fähren der New World First Ferry Services Limited verkehren halbstündlich zwischen Central und Mui Wo auf Lantau. Das lösen eines Deluxe Class Tickets (16,80HK$ – Standard 10,50HK$) für die circa 50-minütige Überfahrt, erlaubt es einem auf dem offenen Sonnendeck zu sitzen – die es, soweit ich weiß, auf den Schnellfähren (35 Minuten Fahrtzeit) nicht gibt.
Von der Fähre aus hat man dann einen wundervollen Blick auf Hong Kong’s Skyline, die langsam hinter einem verschwindet um dann zur Rechten den Blick auf die Tsing Ma Brücke freizugeben. Wenig später folgt dann ebenfalls zur Rechten der Blick auf das neue Hong Kong Disneyland Resort, das Mitte September, wenige Tage nach meiner Abreise, eröffnet.
Bis zur Ankunft in Mui Wo wird die Fähre auch des öfteren noch von den Schnellfähren nach Macau überholt, die aufgrund ihrer Tragflächenkonstruktion weit aus dem Wasser ragen.

Tian Tan Buddha (天壇大佛) und Po Lin Monastery (寶蓮寺)

Von Mui Wo ging es mit dem Bus zu dem in der Mitte der Insel gelegenen Ngong Ping. Hier ist das Po Lin Kloster (寶蓮寺) zu finden. Das Kloster mit seinen unzähligen Räucherstäbchen, die vor dem Tempel aufgereiht sind, und die Luft mit ihrem Geruch würzen lassen den Besuch sowohl zu einem visuellen als auch zu einem aromatischen Erlebnis werden.

Unangefochtene Hauptattraktion ist jedoch der Tian Tan Buddha (天壇大佛). Der 26,4 Meter hohe (mit Sockel 34m) Giant Buddha thront über dem Kloster und ist schon von Weitem sichtbar. Wer die 268 Stufen hinauf zur Statue erklimmt erhält einen schönen Blick sowohl auf den Buddha selbst, wie auch die Umgebung.
Der Buddha selbst ist der größte im Freien sitzende Buddha der Welt und repräsentiert Lord Gautama. Die 1993 fertiggestellte Statue wiegt 250 Tonnen und enthält im inneren eine Glocke die 108-mal am Tag läutet, um die Berfreiung von den 108 menschlichen Lastern zu symbolisieren. Die Errichtung des Buddhas wird auch des öfteren als Signal an Beijing – vor der Rückgabe Hong Kongs an China 1997 – interpretiert, ja die Religionsfreiheit in Hong Kong unangetastet zu lassen.

Nicht nur für das spirituelle und religöse Wohl der Besucher ist hier gesorgt. Auch das leibliche Wohl kommt nich zu Kurz. Für 60HK$ erhält man im zum Kloster gehörenden vegetarischen Restaurant ein umfangreiches Menü. Wem das nicht reicht, der kann auch das 40HK$ teurere Deluxe-Menü wählen.

Rückfahrt von Lantau
Die Rückfahrt von Lantau bot dann erneut einen beeindruckenden Blick auf Hong Kong’s Sehenswürdigkeiten. Allen voran die Star Ferry, gefolgt vom KCR Clock Tower in Tsim Sha Tsui und dem Hong Kong Convention & Exhibition Centre.

Central (中環)

Nach unserer Rückkehr von Lantau am Outlying Islands Ferry Pier, der im Stadtteil Central (中環) liegt, sahen wir uns dort etwas um. Der Name ist hier auch Programm. Jeder der Hong Kong besucht wird früher oder später (wohl eher früher) nach Central kommen. Sei es weil unter dem International Finance Centre die Endhaltestelle des Airport Express liegt, weil man mit der Star Ferry von Tsim Sha Tsui kommt oder dorthin fährt, weil man zum Outlying Islands Ferry Pier will oder von dort kommt, weil man mit der Peak Tram auf selbigen will, weil man die architektonischen Schätze – neue und alte – sehen möchte, oder ganz trivial einfach aus dem Grund – der Name suggeriert es – weil Central ganz einfach das Herz Hong Kongs ist. Hier werden im Legislative Council Building die politischen Entscheidungen der chinesischen Sonderverwaltungszone getroffen. Und in den Wolkenkratzern wie dem Bank of China Tower oder dem Hong Kong & Shanghai Bank Building – die quasi die Kulisse des Legislative Council bilden – werden täglich die finanziellen Entscheidungen der ehemaligen britischen Provinz getroffen.

The Peak (扯旗山) & Peak Tram (山頂纜車)

Das ist es also. Das Number-One-To-Do aller Hong Kong Reiseführer. Der Peak (扯旗山).
Von Central aus nimmt man die Garden Road bergauf, die zwischen Bank Of China Tower und St. John’s Cathedral verläuft um den Lower Tram Terminus der Peak Tram (山頂纜車) zu erreichen, der sich hinter dem St. John’s Building befindet. Für, für Hong Konger Verhältnisse recht teuere, 20HK$ transportiert einen die Seilbahn die 396 Meter lange Strecke bei teilweise über 20% Steigung auf den Peak. Bereits seit 1888 erklimmt die Bahn – bisher unfallfrei – den Upper Tram Terminus der sich im kürzlich errichtetem Peak Tower befindet, der jedoch zum Zeitpunkt unseres Besuches bereits wieder komplett modernisiert und umgestaltet wurde.

Von der Terrasse der Pacific Coffee Company (Starbucks war hier wohl zu langsam!) hat man – gemeinsam mit allen anderen ankommenden Touristen – einen herrlichen Blick über Hong Kong Island, den Victoria Harbour und das gegenüberliegende Tsim Sha Tsui und Kowloon. Der Peak selbst ist selbstverständlich dem Kommerz verschrieben. Im Peak Tower selbst befindet sich noch eine Filiale von Madam Tussaud’s Wachsfigurenkabinett, wo sowohl internationale wie auch lokale Stars, wie z.B. Andy Lau, Jackie Chan oder Michelle Yeoh vertreten sind. Hinter dem Peak Tower wurde die Peak Galleria eröffnet, eine Einkaufsgallerie, die all das enthält was das Touristenherz erfreut. Angefangen von Restaurants und Imbissständen (selbstverständlich auch ein McDonald’s) über Souvenirläden, Boutiqen, Kunstgallerien und der Wachsgießerin die ihr heißes Wachs in verschiedene Formen bringt. Nicht zu vergessen die riesige Aussichtsterrasse.

Scheinbar ist es dann mittlerweile auch nicht mehr en vogue im Vorfeld einer Reise zumindest auch nur einen kurzen Blick in einen Reiseführer zu werfen. So würde man erfahren, dass wenn man der direkt rechts hinter dem Peak Tower beginnenden Lugard Road circa 800 Meter bis zum Steilhang folgt, sich einem das Panorama in seiner ganzen Pracht eröffnet. Insbesondere in der Abendämmerung ist der Blick schlicht überwältigend. Gut für uns, Pech für alle Anderen ;-). So begegnen uns auf unserem Weg nur vereinzelt ein paar Jogger und ein paar Menschen die ihren Vierbeiner Gassi führen.

Mit Einbruch der Dunkelheit wird man dann schier Erschlagen von dem Lichtermeer, dass sich unter einem befindet. Auch hier empfiehlt es sich wieder pünktlich um 20:00 Uhr zum Beginn der Symphony Of Lights anwesend zu sein.
Leider hatte ich kein Stativ für die Nachtaufnahmen dabei, und musste mir mit dem Geländer provisorisch behilflich sein. Natürlich habe ich den Besuch mit Stativ noch nachgeholt ;-).

Macau (澳門)

Am fünften Tag stand die ehemalige portugisische Kolonie Macau (澳門) auf dem Programm. Vom Macau Ferry Terminal, das sich im Shun Tak Centre (信德中心) in Sheung Wan (Endhaltestelle der MTR Island Line) befindet, kann man wahlweise mit der Fähre oder dem Heli Express – dem Helikopterservice – den Weg nach Macau antreten. Ist ja klar, dass wir uns für Alternative Eins entschieden haben. Mit den TurboJet-Fähren erreicht man für 141HK$ (Nachts 176HK$) in circa einer Stunde Macau. Da man damit die Hong Kong Special Administrative Region verlässt, sollte man tunlichst Reisepass und Departure Card nicht vergessen.

Macau Tower

Bei strömenden Regen erreichten wir Macau, und nach der Passkontrolle überlegten wir vor dem Terminal Maritimo was wir uns als Erstes ansehen sollen – Indooraktivitäten bevorzugt. Da ich mich zugegebenermaßen nur sehr rudimentär auf Macau vorbereitet habe – meine Schwester ist der Spezialist für romanische Sprachen und Kulturen – kamen wir nach kurzer Diskussion, und dem Abwimmeln mehrer freundlicher Leute, die uns ihr exzellentes Angebot an Stadtrundfahrten feilboten, zu dem Schluss erstmal den Macau Tower aufzusuchen.
Leider ist der öffentliche Nahverkehr nicht so gut organisiert wie in Hong Kong, und deshalb irrten wir etwas umher, um die richtige Bushaltestelle zu finden. Auch in Macau muss der Fahrpreis abgezählt beim einsteigen bezahlt werden – die praktische Octopus-Card gilt hier leider nicht. Landeswährung ist der Pataca (MOP), der sich aber meistens 1:1 in den Hong Kong Dollar umrechnen lässt, der ebenfalls überall akzeptiert wird.

Der 338 Meter hohe Turm erfüllt überhaupt keinen Zweck. So werden nichteinmal Signale übertragen/ausgesendet. Lediglich die neuseeländische Extremsport-Firma AJ Hackett bietet einige abenteuerliche Aktivitäten, wie den Mast Climb, Skywalk oder den Sprung in die Tiefe an. Unter dem Turm befindet sich das Macau Tower Convention & Entertainment Centre. Für 70MOP$ fährt man mit dem Lift zur 223 Meter über Grund gelegenen Aussichtsplattform. Von hier eröffnet sich einem ein Blick über ganz Macau, und bei gutem Wetter kann man bis zu 55km weit sehen. Am Boden befinden sich teilweise Glasplatten, die einem freien Blick nach Unten gewähren. Nach etwas Überwindung steht man auch hier ganz bequem und kann die Aussicht genießen.

Macau | Largo do Senado

Mit dem Bus ging es vom Macau Tower zur Avenida de Almeida Ribeiro, und von dort zu Fuss zum direkt angrenzenden Largo do Senado. Der als Fußgängerzone gestalte »Platz des Senats« bildet Macaus städtebauliche Mitte. Die makellos restaurierten Gebäude aus der portugiesischen Kolonialzeit strahlen Würde aus, und ergeben zusammen mit dem wellenförmig gepflasterten Boden des Platzes einen wunderbaren Anblick, der einen Eindruck davon vermittelt, wie Macau zu seiner Blütezeit aussah. Ist Macau doch die älteste europäische Ansiedlung Europas in Asien, die 1557 als portugiesische Handels- und Missionsstation gegründet wurde. So ist auch heute noch der portugiesische Einfluss nicht zu übersehen. Von der Architektur alter Gebäude abgesehen, sind bis heute noch alle Straßenbezeichnungen sowohl auf chinesisch wie auch auf portugiesisch auf den Schildern zu lesen. 1999 ging auch Macau – 2 Jahre nach Hong Kong – wieder in chinesische Hoheitsgewalt und ist seither ebenfalls eine Sonderverwaltungszone Chinas.

Am Nordende des Largo do Senado erreicht man São Domingos, Macaus schönste Barokkirche, die im 17. Jahrhundert von Dominikanern erbaut wurde.
Folgt man der Rue de São Domingos und zweigt bei der ersten Gelegenheit rechts ab, gelangt man zur Kathedrale von Macau. Über die Rua de Sé gelangt man schließlich wieder zum Largo de Senado. Hier lässt sich dann unter den Arkaden durch die Geschäfte ziehen, oder man trinkt einen Kaffee – Starbucks und McDonald’s sind selbstverständlich auch hier anzutreffen.

Macau | São Paulo (聖保祿大教堂) und Fortaleza do Monte

Vom Largo do Senado kann man sich zu Fuss zum Fortaleza do Monte aufmachen, Macaus größtes Fort. 1622 wurde von hier aus ein Angriff der Holländer abgewehrt. Der Dank sommerlicher Temperaturen und hoher Luftfeuchtigkeit extrem schweißtreibende Anstieg wird belohnt mit einem schönen Rundblick.

Unterhalb des Forts befindet sich die impossante Fassade der 1835 abgebrannten Kathedrale São Paulo. Die in den Jahren 1620 – 1627 von japanischen und kantonesischen Christen errichtete Kathedrale, bzw. deren noch stehende Fassade, stellt heute Macaus Wahrzeichen und ein kulturhistorisches Denkmal ersten Ranges dar.

Macau | Jardim de Lou Lim Ioc

Von der Kathedrale São Paulo aus machten wir uns wieder auf den Weg zur Avenida de Almeida Ribeiro um dort ein verspätetes Mittagessen einzunehmen. Anschließend wollten wir noch Macaus schönsten Park aufsuchen – allein der Name klingt schon wunderschön – Jardim de Lou Lim Ioc.
Bedauerlicherweise sind wir zwar in den Bus mit der richtigen Nummer eingestiegen, jedoch in die falsche Richtung. So standen wir erstmal am falschen Ende der Stadt. Endlich im richtigen Bus schmiss uns der Busfahrer auch an der richtigen Haltestelle raus – Ansagen oder gar Anzeigen gibt es nämlich nicht – und erklärte uns noch den Weg zum Garten.

Dort angekommen bot sich uns ein Bild von schattenspendenden Bäumen, Lotusteichen, Bambushainen, Grotten und einer Brücke mit neun Biegungen (da sich böse Geister nur in geraden Linien bewegen können).
Einheimische Nutzen den Garten um dort T’ai Chi zu praktizieren, zu musizieren, dem Mahjongg-Spiel zu frönen, zu lesen oder sich mit Freunden und Nachbarn zu unterhalten.

Anschließend zogen wir noch etwas durch die Straßen rund um den Garten, und machten uns schließlich wieder auf den Weg zum Terminal Maritimo. Die längere Busfahrt dorthin durch das mittlerweile nächtliche Macau bot uns noch den Blick auf die zahlreichen Leuchtreklamen der Spielcasinos.
Nach Kauf eines Tickets für 176HK$ (inkl. Nachtzuschlag) und der obligatorischen Passkontrolle bestiegen wir unsere Fähre. Unsere Plätze waren ganz vorne, direkt hinter der Brücke, was wir anfangs noch sehr toll fanden, bis der freundliche Matrose unsere Jalousie zuzog und mit dem Finger auf das Schild zeigte, auf dem zu lesen war: „Must be closed on night navigation“. War also nichts mit der Aussicht auf das nächtliche Macau und Hong Kong :-(.

Central (中環) – again

Da für heute Nachmittag eine Fahrt mit der Duk Ling Dschunke auf dem Programm stand, wollte ich mich Vormittags beim Hong Kong Tourism Board für die Fahrt anmelden. Leider hatte ich eine etwas veraltete Broschüre, und so erklärte mir der freundliche Mann im Centre, dass sich die Tourismusbüros mittlerweile in Causeway Bay befinden *schäm – schlecht vorbereitet* :-).
Da ich mit meiner Schwester – die zwischenzeitlich zu einer Massage wollte – etwas später am Legislative Council verabredet war, habe ich mich also etwas in Central herumgetrieben. Des Voeux Road Central, Queens‘ Road Central, Connaught Garden, Exchange Square und Statue Square wurden – um nur einige zu nennen – von mir erkundet.

Fahrt auf der Duk Ling

Das Hong Kong Tourism Board (HKTB) bietet im Rahmen seines Kulturellen Kaleidoskops eine Reihe von Veranstaltungen an, die dem Besucher erlauben, hinter die Kulissen der Stadt zu blicken.

Segeln Sie an Bord einerauthentischen chinesischen Dschunke durch den beeindruckenden Victoria Harbour und genießen Sie den fantastischen blick auf Hong Kongs atemberaubende Skyline. Ursprünglich im Besitz und im Einsatz chinesischer Fischer ist die Duk Ling typisch für die Dschunken, die vor 150 Jahren durch die Gewässer Hong Kongs segelten – eine Erinnerung an das Leben der frühen Taipans und Kaufleute, die sich hier niedergelassen haben.

Nachdem die Duk Ling mehr als 25 Jahre lang in den tiefen Meereskanälen gesegelt ist, wurde das Boot in den 1980er Jahren liebevoll restauriert und zeigt sich nun stolz in ihrem klassischen Design. Heute ist die Duk Ling die letzte authentische Segeldschunke in Hong Kong und lädt Sie herzlich zu einer Fahrt ein!

Soweit der Text der Broschüre des HKTB. Die Dschunke verkehrt jeden Donnerstag von 14:00 – 15:00 Uhr und 16:00 – 17:00 Uhr zwischen dem Kowloon Public Pier, Tsim Sha Tsui und dem Queen’s Pier, Central. Zwischen 15:00 – 16:00 Uhr und 17:00 – 18:00 Uhr in die entgegengesetzte Richtung.
Wir fanden uns also rechtzeitig – nicht zuletzt mangels fehlender Reservierung – am Queen’s Pier ein, um noch einen Platz auf der 15:00 Uhr Fahrt zu bekommen. Immer mehr Menschen fanden sich ein, von denen aber die meisten nicht wegen der Fahrt auf der Duk Ling gekommen waren. Während wir warteten konnte man noch den regen Wasserverkehr beobachten, da sich direkt neben dem Queen’s Pier auch der Star Ferry Pier befindet.

Nachdem die Duk Ling angelegt hatte, und wir an Bord wahren, bekamen wir erstmal eine Belehrung, dass wir uns beim HKTB für Notfälle mit unseren Passnummern hätten registrieren lassen müssen.
Anschließend konnten wir die Fahrt durch den Victoria Harbour genießen, vorbei am Convention Centre und dem Causeway Bay Typhoon Shelter ging es Richtung Start- und Landebahn des ehemaligen Kai Tak International Airports um nach einer Wende auf Kowloon zuzufahren.
Detail am Rande. So authentisch wie die Fahrt in der Broschüre angepriesen ist, ist sie in Wirklichkeit nicht. So dienen die gesetzen Segel lediglich der Show, und im inneren der Dschunke brummt ein Schiffsmotor vor sich hin. Nichtsdestotrotz eine einmalige Gelegenheit, die man sich keinesfalls entgehen lassen sollte.

KCR Clock Tower

Direkt hinter dem Kowloon Public Pier befindet sich das Hong Kong Cultural Centre (香港文化中心). Das wellenförmige Gebäude beherbergt einen Konzertsaal und mehrere Theater sowie eine der größten Orgeln der Welt, mit insgesamt 8000 Orgelpfeifen. Obwohl das Gebäude direkt am Wasser steht, und eine der weltweit impossantesten Skylines vor Augen hat, besitzt der Bau so gut wie keine Fenster.

Direkt zwischen dem Hong Kong Cultural Centre und dem Star Ferry Pier befindet sich der ehemalige Uhrenturm der Kowloon-Canton Railway (KCR), der KCR Clock Tower. Der 45 Meter hohe, 1921 errichtete Turm war einmal Bestandteil des Südbahnhofs, der aber 1975 nach Hung Hom verlegt wurde. Während unseres Aufenthalts in Hong Kong wurde gerade der gesamte Teil der Tsim Sha Tsui East Promenade zwischen Hong Kong Cultural Centre und Star Ferry Pier renoviert, so dass der Turm recht deplatziert zwischen Absperrungen und Baufahrzeugen stand.

HK Movie – Klappe die Erste

Vom KCR Clock Tower ging es mit der Star Ferry zurück nach Central. Schon bei Verlassen des Star Ferry Piers konnte man in einiger Entfernung eine junge Frau in einem weißen Brautkleid erkennen.
Als wir näher kamen sahen wir auch die Kameras und die gesamte Filmausrüstung rundherum. Von Hong Kongs Paparazzi ganz zu schweigen. Also ich auch die Kamera raus und dazugestellt, und mitfotografiert :-). Als Fan asiatischer Filme war es für mich natürlich eine besondere Freude in die Dreharbeiten eines Films zu laufen.
Die gedrehte Szene handelte davon, wie die Braut angelaufen kommt, gefolgt von einer jungen Frau und einem Mann (der Bräutigam?!), um nach einer kurzen Diskussion in ein Taxi zu steigen und mit quitschenden Reifen abzufahren, und ihre beiden Verfolger am Straßenrand stehen zu lassen.
Zwischen den einzelnen Takes wurde die Darstellerin der Braut auch immer brav von einer Assistentin mit ihrem Eis gefüttert ;-).
Wer mir sagen kann, um welchen Film es sich hierbei handelt, dem sei mein ewiger Dank gewiss.

Hong Kong Park (香港公園)

Von den Dreharbeiten ging es weiter, vorbei am Legislative Council und am Charter Garden um nach dem Bank Of China Tower rechts in den Cotton Tree Drive abzubiegen. Hier befindet sich der Hong Kong Park (香港公園), Hong Kongs schönster Stadtpark.
Mit den Wolkenkratzern auf der einen Seite, und den Bergen auf der anderen bietet der Park einige wunderschöne dramatische Bilder.

Der 8 Hektar große Park bietet neben etlichen Teichen, Brunnen und Wasserfällen unter anderem noch eine Vogelhaus mit Holzbrücken durch die Baumwipfel – das Edward Youde Aviary, ein Teemuseum – das Flagstaff House Museum of Tea Ware oder einen T’ai Chi Garten.

Mitten im Park befindet sich auch das L16, ein thailändisches Restaurant mit einer schönen Terrasse, wo wir zu Abend gegessen haben. Eine Filiale hiervon eröffnet in Kürze auch auf dem Peak.

Central (中環) bei Nacht

Auf dem Rückweg vom Hong Kong Park Richtung MTR-Station bot sich bei überqueren der Queen’s Road Central noch ein schöner Blick auf die bunt beluchteten Gebäude an der Straßengabelung von Queen’s Road Central und Des Voeux Road Central. Im Vordergrund ist der alte Bank of China Tower zu sehen. Dahinter das Hong Kong & Shanghai Bank Building und rechts davon das Legislative Council. Hinter dem Legislative Council ist das Prince’s Building, das Mandarin Oriental sowie das Jardine House (von links nach rechts) zu erkennen. Bei dem angeschnittenen Gebäude ganz links handelt es sich um das Cheung Kong Centre.

Dreht man sich um 180°, steht man direkt zu Fuße des neuen Bank of China Towers, der in ein Skelett aus Licht gepackt ist.

Ocean Park (海洋公園)

Am nächsten Tag stand der Ocean Park (海洋公園) auf dem Programm. Mit der MTR gings nach Admiralty (金鐘), von wo aus nach Kauf des Eintritts-Tickets (185HK$) ein Shuttlebus zum Ocean-Park fährt. Leider sind wir nicht die Einzigen, die an diesem Tag in den Park wollen, und so bildet sich bereits eine lange Warteschlange, die aber – wie immer in Hong Kong – perfekt organisiert ist. So gibt es kein Gedrängel und Geschreie.

Nach ca. 20-30 Minuten Fahrt – u.a. durch den Aberdeen Tunnel – erreichen wir den Eingang zum Park. Der Park ist in zwei Teile aufgeteilt, die durch eine Seilbahn verbunden sind. Die Lowland Section besteht zum größten Teil aus Gartenanlagen mit großen Teichen, einem Aquarienhaus mit einer Vielzahl bunter Fische, einem Bereich über Dinosaurier mit einem herrlich doof schreienden Tyranosaurus Rex ;-), und der Hauptattraktion, dem Pandahaus, dass die beiden Pandas An An und Jia Jia beherbergt.

Die Fahrt zur Headland Section mit der 1500 Meter langen Seilbahn bietet einen wundervollen Blick auf das südchinesische Meer. Hier sind unter anderem ein Hai-Aquarium zu finden, dass man durch einen Tunnel durchschreiten kann, so dass man rundherum von verschiedensten Haiarten und kreischenden Kindern (Keine Ahnung was furchteinflösender ist?) umgeben ist. Eine Korallenriff, dass man über drei Stockwerke umrunden kann, gibt einen tollen Einblick in Nemo’s Zuhause. Diverse Fahrgeschäfte und eine Killerwal-Show sind hier ebenfalls zu finden (die Show haben wir leider verpasst :-(). Dafür standen wir ca. 45 Minuten beim Dragon Roller Coaster an, und just in dem Moment als wir drankommen sollten ging ein starker Regenschauer nieder, der so stark war, dass die Achterbahn ihren Fahrbetrieb einstellen musste. Nach weiteren 15 Minuten warten – bis der Regen vorbei war – begaben wir uns auf die halsbrecherische Fahrt.

Anschließend machten wir uns über den Weg an der Küste entlang auf zum Middle Kingdom. Eine 272 Meter langes Rolltreppensystem führt dort am Ende des Weges wieder auf Meereshöhe hinunter. Die Werbung verheißt einen Gang durch 5000 Jahre chinesischer Geschichte. Was einem im Endeffekt erwartet ist ein original 1990 errichtetes Dorf aus Templen, Pagoden und traditionellen Straßenszenen verschiedener Zeitepochen. Trotz des hohen Kitschfaktors aber durchaus sehenswert.

Aberdeen (香港仔)

Den Ocean Park verließen wir über den Ausgang beim Middle Kingdom und marschierten über die Shum Wan Road zum ca. 1km entfernten Aberdeen (香港仔). Kurz nachdem wir am exklusiven Aberdeen Marina Club vorbeikamen schwenkten auch wir nach rechts, wo sich ein Anleger für die riesigen Floating Restaurants sowie für Sampan-Tours befand. Nach kurzem Verhandeln konnten wir für 60HK$ pro Person – statt der geforderten 150HK$ – eine 30-minütige Tour durch den Hafen von Aberdeen antreten.

Der Hafen bietet einen natürlichen Schutz vor Taifunen, da die Insel Ap Lei Chau (鴨脷洲) (Duck’s Tongue Island) dem Hafen vorgelagert ist. Wer hier jedoch die Dschunkenstadt erwartet, wie sie ein zahllosen Spielfilmen gezeigt wurde, wird jedoch enttäuscht sein. Ein verherendes Feuer hat die meisten Bewohner vom Wasser in die umliegenden Hochhaussiedlungen vertrieben. Eine kleine Minderheit ist aber noch vorhanden und bietet noch einen Schuss Fernost-Exotik.

Nach unserer Sampan-Tour ging es über die Aberdeen Praya Road zur Aberdeen Promenade. Von hier aus sieht man noch einmal die zahllosen Boote im Hafen und die Hochhaussiedlungen auf dem gegenüberliegenden Ap Lei Chau. Wer noch keine Sampan-Tour gemacht hat, kommt hier eigentlich nicht mehr drumherum, denn ständig sprechen einen Frauen mit »Sampan Sampan« an um die tollste, schönste und billigste Fahrt anzubieten.

Von der Aberdeen Promenade aus machten wir uns dann auch mit dem Bus zurück auf den Weg nach Central. Die Fahrt verlief an der Ostküste von Hong Kong Island entlang und bot einige schöne Küstenszenerien.

Hong Kong International Airport (香港國際機場)

Gegen 8 Uhr machen wir uns mit dem Airport-Express-Bus A11 auf den Weg zum zum Hong Kong International Airport, da meine Schwester heute nach Beijing zurückfliegt, um dort ihre letzte Woche Sprachkurs anzutreten.

Der Flughafen befindet sich auf der komplett künstlich aufgeschütteten Insel Chek Lap Kok nördlich von Lantau Island. Im Juli 1998 löste der neue Flughafen den alten Kai Tak International Airport ab, der sich mitten in der Stadt in der Kowloon Bay befand, und nicht mehr zeitgemäß war. Um den Flughafen mit dem Festland zu verbinden, wurde u.a. die 2,2km lange Tsing Ma Brücke errichtet, eine der weltweit größten Hängebrücken ist, die sowohl Straßen- wie auch Schienenverkehr unterstützt.

Nachdem meine Schwester eingecheckt hatte, und ihre Frequent Flyer Karte – mit falsch geschriebenem Namen – bekam, tranken wir noch einen Kaffee und verabschiedeten uns. Nun war ich also die nächsten Tage ganz auf mich alleine gestellt, in dieser wundervollen Stadt :-).

Nachdem ich mich noch etwas am Flughafen umgesehen hatte, beschloss ich den Rückweg mit dem Airport Express anzutreten. Die 34km lange Hochgeschwindigkeitsbahn befördert die Passagiere in 19 Minuten nach Kowloon, bzw. in 23 Minuten nach Central, wo sich die Haltestelle direkt unter dem IFC befindet. Der Spaß kostet bis nach Central stolze 100HK$, die die Fahrt aber meines Erachtens nicht Wert ist – es sei denn man hat es eilig, denn schneller kommt man nicht nach Hong Kong Island. Die Aussicht ist nicht gerade spektakulär, und die Meiste Zeit blickt man eh nur auf eine Betonmauer. Wer also Zeit hat, sollte den deutlich günstigeren Bus nehmen, und bekommt dafür auch noch die schönere Aussicht geboten.

Avenue Of Stars (星光大道)

Von Central aus ging es dann mit der Star Ferry nach Tsim Sha Tsui wo ich noch einmal über die Avenue of Stars schlenderte und Fotos der im Boden eingelassenen Sterne der mir mehr oder weniger bekannten Stars des Hong-Kong-Kinos machte. Namen wie Bruce Lee, Jackie Chan, Michelle Yeoh oder Jet Li sind ja in Europa durchaus noch bekannt, aber bei Wong Kar Wai, Maggie Cheung, Andy Lau oder Tony Leung lichten sich die Reihen dann doch erheblich.
Ebenfalls zu sehen gibt es – neben der grandiosen Aussicht auf Hong Kong Island – eine Skulptur des Hong Kong Film Awards, dem asiatischen Oscar. Zahlreiche Infotafeln geben die Geschichte des lebendigen, umtriebigen und manchmal auch schwer gebeutelten Hong-Kong-Kinos wieder.
Ein Blick in das impossante Foyer des Hong Kong Cultural Centre lohnt ebenfalls. Ich war hier insgesamt zwei oder drei mal, und jedes mal herrschte emsiges Treiben aufgrund eines anstehenden Vorsprechens.

Tsim Sha Tsui (尖沙嘴)

Vom Star Ferry Pier aus ging ich über die Salisbury Road vorbei am weltberühmten Peninsula Hotel, indem schon James Bond in The Man With The Golden Gun logierte. Damals – der Film ist aus dem Jahr 1974 – befand sich das Hotel allerdings noch direkt am Wasser. Auch hier wird einmal mehr deutlich, wie schnell sich die Stadt doch verändert und wie knapp der zur Verfügung stehende Platz doch ist.

Direkt nach dem Peninsula bog ich nach links in die berühmte Nathan Road (彌敦道) ab. Diese Straße ist die Hauptschlagader Kowloons (九龍) und verläuft von Süd nach Nord bis nach Mong Kok. Die Straße bekam nach dem zweiten Weltkrieg den Spitznamen The Golden Mile. Zum einen wohl wegen der zahlreichen Leuchtreklamen, die sich über der Straße befinden und zum anderen wegen der zahlreichen Juweliere, die sich hier befinden. Übrigens ein Phänomen, dass sich in ganz Hong Kong beobachten lässt. Geschäfte einer bestimmten Art sind nicht gleichmäßig über die ganze Stadt verteilt, sondern bilden immer mit anderen eine Einheit. Seien es nun Antiquitäten (Hollywood Road), Vögel (Yuen Po Street Bird Garden), Blumen (Flower Market Road), Fische & Aquarien (Tung Choi Street), Computer & Digitalkameras (Causeway Bay) oder eben Schmuck und Juwelen in der Nathan Road. Doch Vorsicht, hier werden wohl mehr Fälschungen als Originale verkauft. Bereits am Star Ferry Pier erwarten einen die Inder, die einem billige maßgeschneiderte Anzüge oder Uhren andrehen wollen. Wenigstens sind sie ehrlich! Angebote wie „Fake Rolex!“ und „Copy Rolex!“ muss man hier alle paar Meter über sich ergehen lassen.