Flug & Ankunft in Hong Kong

Am 19. August ging es um 16:10 Uhr mit ca. 30-minütiger Verstpätung von München nach Frankfurt. Der Flug dauerte anders als angegeben keine 60 Minuten sondern lediglich 35 Minuten, was die 30 Minuten Verspätung nicht so gravierend erscheinen lässt, in Anbetracht dessen, dass in Frankfurt nur 55 Minuten zum Umsteigen eingeplant waren.
Das war er also, mein erster Flug. Das ganze stellte sich als wesentlich unspektakulärer heraus, als es die mir zugetragenen Geschichten vor meinem Abflug vermuten liesen. Spaß macht das ganze meiner Meinung nach erst, wenn es etwas wackelt, wo Mancher dann seine Finger in die Armlehne krallen mag.
Nun also heil in Frankfurt angekommen machte ich mich über etliche Lifte und Laufbänder sowie durch eine erneute Passkontrolle (neben der neuen biometrischen Schleusse in Frankfurt) auf dem Weg zu meinem Gate. Der Aufruf meines Fluges auf halbem Weg lies ein gewisses Unbehagen in mir hochsteigen („Ich komm zu spät, ich komm zu spät!“). Angekommen am Gate offenbarte sich mir erstmal ein Blick auf mein Flugzeug, eine Boeing 747. Des weiteren viel mir auf, dass es sich bei den wartenden Passagieren zu 90% um Personen asiatischer Herkunft handelte. Ein kleiner Vorgeschmack auf die nächsten zwei Wochen als Europäer in Asien.
An Bord des 10 1/2 Stunden dauernden Fluges gab es dann gebratene Rinderhüftstreifen mit Broccoli, Maiskölbchen und Reis zu essen. Unterhaltungstechnisch wurde „Robots“ geboten. Der Film ist jedoch so schlecht, dass ich mich nach fünf Minuten bereits wieder den über 20 Radioprogrammen widmete. Die meiste Zeit des Fluges verbrachte ich dann auch schlafend.

Pünktlich um 10:25 Uhr Ortszeit landete mein Flug dann auf dem Hong Kong International Airport (香港國際機場), der sich auf einer komplett künstlich aufgeschütteten Insel vor Lantau befindet. Vom Gate ging es dann erstmal mit der flughafeneigenen U-Bahn zur Passkontrolle. Als ich meinen Stempel im Reisepass hatte ging es weiter zur Gepäckausgabe, wo mein Rucksack auch bereits auf dem Fliessband seine Runden drehte. Durch die hervorragende Ausschilderung am Flughafen gab es hier – außer meiner vergessenen Handy-PIN – keinerlei Probleme. Die PIN war deshalb vonnöten, da ich mit meiner Schwester, die aus Beijing (北京市) anreiste, am Flughafen verabredet war. Also erstmal ein paar Euro in Hong Kong Dollar (HK$) wechseln. [Merke: Bargeld nur für Notfälle mitnehmen, ansonsten mit EC-Karte (aufs Maestro-Symbol achten) abheben. Damit ist der Wechselkurs wesentlich besser.] Nachdem auch mein Versuch erfolglos blieb eine Telefonkarte zu kaufen, um zuhause anzurufen, und meine PIN in Erfahrung zu bringen, beschloss ich darauf zu verzichten, und diese später per E-Mail nachzufragen.

So besorgte ich mir erstmal eine Octopus-Card (八達通), mit der sich so gut wie alle öffentlichen Nahverkehrsmittel in Hong Kong (MTR, Tram, Fähren, …) bezahlen lassen. Ohne diese Karte müsste sonst immer mit abgezählten Münzen bezahlt werden, denn Wechselgeld gibt es nicht. Die Karte kann in jeder MTR-Station (die U-Bahn) an Automaten aufgeladen werden. Durch den integrierten RFID-Chip muss die Karte zur Bezahlung nichteinmal aus dem Geldbeutel oder Tasche genommen werden. Einfach selbige über den Sensor halten.
Gegen 13:30 kam meine Schwester dann auch in Hong Kong an. Selbes Spiel noch einmal, Geld wechseln und Octopus-Card besorgen.

Als wir die Ankunftshalle Richtung Bushaltestelle verließen, schlug uns ersteinmal eine schwüle Wand von ca. 30° und strömender Regen entgegen. Dies war zu erwarten, wurde von uns während unserer Reiseplanung jedoch wohlweislich ignoriert :).
Mit dem Airport-Express-Bus A11 ging es dann vom Flughafen in den Stadtteil Causeway Bay auf Hong Kong Island, wo wir ein Zimmer im Wang Fat Hostel – nicht zuletzt wegen der Empfehlung im Lonely Planet – reserviert hatten. Die Fahrt führte über die Tsing Ma Brücke (青馬大橋), die längste Hängebrücke der Welt, von Lantau nach Kowloon und schließlich durch den Kowloon-East-Tunnel unter dem Victoria-Harbour hindurch auf Hong Kong Island. Vorbei an etlichen Sehenswürdigkeiten kamen wir schließlich in Causeway Bay an. Dies gestaltete sich jedoch gar nicht so einfach, da zwar die ersten ca. 15 Haltestellen auf Englisch angezeigt wurden, aber anschließend nur noch wechselnd eine schwarze und chinesische Anzeige zu sehen war. Eine junge Chinesin half uns jedoch, an der richtigen Haltestelle auszusteigen. Nach etwas herumirren und auf Nachfrage bei einem freundlichen Chinesen, der uns sogar ein Stück begleitete/verfolgte, damit wir ja die richtige Straße erwischen, befanden wir uns schließlich vor unserem Hostel.

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Informatiker mit einem Faible für Asien im Allgemeinen und Hong Kong im Speziellen sowie (asiatisches) Kino! Du findest mich auch auf Google+.

2 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Morgen!

    Das liest sich ja ganz schön spannend, deine Ankunft. Und wenn ich ehrlich bin, schüchtert es mich ein klein wenig ein und flößt mir gleichzeitig ein Hauch Bewunderung gegenüber deinem „Abenteuersinn“ ein. Ich reise auch für mein Leben gern allein (vor allem weil ich dadurch die mir so enorm wichtige Freiheit in Entscheidungen bzgl. was, wann und wohin ausleben kann. Nebenbei gemerkt nicht nur auf Reisen :-), was das Zusammenleben mit Menschen für mich nicht leichter macht). Angesichts der vielen Laufbänder (hat es deine Fitness eher gefordert oder gefördert? :-)), Stationen, unlesbarer Schilder und allg. Größe des Areals wäre auch ich allerdings, trotz meiner zahlreichen Reisefrosch-Erfahrungen, ebenfalls leicht überfordert gewesen. Da war es für dich bestimmt hilfreich, eine Frau dabei zu haben, die dir zeigen konnte, wo es lang geht 🙂
    Wenn ich natürlich gewußt hätte, dass du nicht nur für das Fligzeug ein Kuschelkissen brauchst (ich kann nämlich nicht nur kochen, häckeln und meine Partner zum Wahnsinn treiben, sondern auch nähen, ich hätte glatt für dich ein kleines Kissenchen gebastelt – auf Anfrage auch mit eingestickten Initialen!), sondern auch nicht mit Stäbchen umgehen kannst, hätten wir glatt noch vorher chinesisch essen gehen können! Ich glaube im Übrigen nicht, dass die Ureinwohner am Nebentisch über deine „Unfähigkeit“ gelacht haben. Das entspricht nicht ihrer Mentalität, die sie eigentlich zu äußerst zuvorkommenden Gastgebern macht. Aber vielleicht haben (waren auch Mädels dabei?) sie dich eher angelacht? Du musst lernen zu interpretieren! Auch da biete ich Nachhilfekurse auf Anfrage an 🙂

    Ich lese jetzt weiter und höre an dieser Stelle auf, sonst beschwerst du dich wieder, dass ich Romane schreibe und ich hab so das Gefühl, dass ich noch viel zu kommentieren habe 🙂

  2. an puschel:

    waerst du dabei gewesen, haetten dir die knie geschlottert, auch in Anbetracht der Tatsache, dass der junge Mann hier, ich nenn ihn mal Erzählbär, nur die Kinderversion erzählt, glaub mir… du waerst nach Wanne-Eickel zu Fuss zurueck gerannt!!!!!!!

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