Lisboa

Blick vom Castelo de São Jorge

Unsere letzte Station führte uns schließlich nach Lissabon, oder wie es auf portugiesisch heißt Lisboa. An den steilen Hängen über der Flussmündung des Tejo errichtet, verzaubert Portugals Hauptstadt seit jeher ihre Besucher.

Von unsrem verkehrsgünstig gelegenen Hotel, dem Fontana Park Design Hotel, ging es mit der Metro zum Gare do Oriente, dem Ostbahnhof. Der für die Expo 1998 errichtete Bahnhof beeindruckt durch seine architektonische Gestaltung. Das ehemalige Gelände der Weltausstellung beherbergt heute den Parque das Nações, wo auch das Oceanário de Lisboa zu finden ist. Das Zentrum bildet hier ein riesiges Becken, welches über zwei Etagen geht und u.a. Haie, Rochen und Mondfische beherbergt. Darum herum befinden sich ein künstlicher Gletscher mit Pinguinen, ein Bassin mit Seeottern, ein Mangrovenwald und zahlreiche andere sehenswerte Aquarien.

Etwas weiter nördlich steht der Torre Vasco da Gama, der architektonisch eher an Dubai als an den gleichnamigen Seefahrer erinnert. Von hier aus hat man einen schönen Blick auf die 17 Kilometer lange Ponte Vasco da Gama, die den Tejo überspannt.

Lissabons berühmte Linie 28 in der Alfama

Am nächsten Morgen ging es zu Fuß die Av. Liberdade bis zum Praça dos Restauradores entlang. Von hier aus ist es nur einen Katzensprung zum Praça Dom Pedro IV. oder Rossio, wie der Platz gemeinhin genannt wird. Über Treppen und steile Gassen in der Alfama – durch die sich auch Lissabons berühmte Tram der Linie 28 müht – schlängelt man sich hoch zum Castelo de São Jorge. Vom Kastell aus erhält man viele wunderbare Blicke auf die zahlreichen Plätze, Kirchen, den Tejo sowie die Ponte 25 de Abril. Etwas unterhalb liegt die Catedral Sé Patriarcal, Lissabons Patiarchatskathedrale. Geht man weiter hinunter Richtung Tejo, gelangt man irgendwann zum riesigen Praça do Comércio wo der Arco da Rua Augusta den Eingang zur Baixa Pombalina, der nach 1755 neu gebauten Innenstadt Lissabons, darstellt. Über Praça do Município und die Rua Alecrim gelangt man zum Largo de Camões. Von hier aus kommt man – vorbei am Elevador de Santa Justa – wieder hinab zur Baixa Pombalina mit ihren eleganten Geschäften und zahllosen Restaurants.

Torre de Belém

Am nächsten Tagen gab es erst mal ein Zweitagesticket für den Yellow Bus. Auf der Tagus Tour ging es Richtung Belém. Hier befindet sich eines der bekanntesten Wahrzeichen Lissabons, der Torre de Belém. Als Sinnbild für die Glanzzeit des portugiesischen See- und Handelsimperiums steht er an der Mündung des Tejo und begrüßt die einfahrenden Schiffe. Unweit hiervon befindet sich auch das Mosteiro dos Jerónimos, welches gemeinsam mit dem Torre de Belém auf der Liste des UNESCO-Weltkulturerbes steht. Ebenfalls in Laufweite steht das Padrão dos Descobrimentos, welches als Denkmal an das Zeitalter der Entdeckungen erinnert und zahlreiche Persönlichkeiten dieser Zeit darstellt.

Zurück im Stadtzentrum ging es auf den Elevador de Santa Justa. Der schmiedeeiserne Aufzug, der den Stadtteil Baixa mit dem höher gelegenen Chiado verbindet, erinnert nicht von ungefähr an den Eiffelturm in Paris. War Baumeister Raul Mésnier doch ein Schüler von Gustave Eiffel.

Am Abend stand das quirlige Nachtleben in den verwinkelten Gassen von Bairro Alto mit seinen zahlreichen Bars und Lokalen auf dem Programm.

Praça do Comércio

Eine Tramfahrt mit der Linie 28 gehört ja zum Pflichtprogramm in Lissabon. Wer aber nicht eng gedrängt in der „normalen“ Tram stehen möchte, dem sei die entspanntere Variante in Form der Hills Tramcar Tour von Yellow Bus ans Herz gelegt. Die Linie ist die gleiche. Neben einem Sitzplatz gibt es aber auch noch Erklärungen und Fado auf die Ohren.
In ähnlicher Weise verbrachten wir auch den Nachmittag. Die Olisipio Tour führte auf entspannte Art und Weise mit dem Doppeldeckerbus am Tejo entlang bis hoch zum Parque das Nações und schließlich zurück in das historische Zentrum von Lissabon.

Am nächsten Morgen ging es dann nach einem ausgedehnten Frühstück nach knapp zwei sehr erlebnisreichen Wochen auch leider schon wieder zurück nach Deutschland.

Transrapid in Shanghai wird verlängert!?

Wie der Spiegel heute meldet wird die Transrapidstrecke, oder Maglev wie er in Shanhai heißt, voraussichtlich über das Expo-Gelände – die 2010 in Shanghai stattfindet – hin zum Flughafen Hongqiao verlängert. Eine entsprechende Vermutung habe ich ja bereits in meinem Maglev-Eintrag geäußert. Damit würde die Strecke auch endlich in Shanghais Stadtkern führen und wäre somit wesentlich attraktiver um vom oder zum Pudong International Airport zu gelangen. Über die weitere Verlängerung in das rund 175 Kilometer entfernte Hangzhou ist noch nichts bekannt.

Lediglich das Votum der Kommunistischen Partei steht noch aus. Eine entsprechende Entscheidung wird aber für den am 15. Oktober beginnenden Parteitag erwartet. Mit ausschlaggebend für die Einigung aller beteiligten Parteien war scheinbar auch das Bekenntnis der Deutschen zur Transrapidstrekce vom Münchener Flughafen zum Hauptbahnhof, das ebenfalls noch nicht ganz in trockenen Tüchern ist. Aber bis in Deutschland eine endgültige Entscheidung fällt haben die Chinesen ihre Streckenverlängerung vermutlich schon gebaut! 😉

Shanghai (上海) sum up

Dass waren sie also, meine acht Tage in Asiens Boomtown Shanghai (上海). Atemberaubend groß, beeindruckend schön aber auch ungemein anstrengend sind die Attribute, die mir abschließend dazu einfallen. Definitiv eine Stadt die man mal gesehen haben sollte und die man eventuell über Jahre hinweg öfters einmal besuchen sollte um die rapiden Veränderungen zu sehen und mitzuerleben die Shanghai erfährt. Wer weiß vielleicht zur Expo 2010 wieder! 😉
Highlights waren sicherlich – wie sollte es anders sein – der Bund (外滩), sowohl bei Tag wie auch zur nächtlichen Stunde, der Yuyuan Garden (豫园) mit seinen zahlreichen Teichen, Felsformationen und Pagoden, Xintiandi (新天地) und die French Concession mit ihrem unnachahmlichen Flair und Pudong respektive Lujiazui (陆家嘴) mit seinen zahlreichen Wolkenkratzern und dem Oriental Pearl Tower (东方明珠塔).

Ein erneuter Besuch in Shanghai lässt sich schon kaum deshalb nicht vermeiden, weil ich sowohl die Seidenstadt Suzhou (苏州) als auch den Westsee in Hangzhou (杭州) nicht besucht habe! Also auf bald und 再见 (Zài jiàn). Winke winke

Shanghai Urban Planning Exhibition Hall

Heute waren Museen und Ausstellungen angesagt. Mit der Metro ging es zum Renmin Square. Auf dem Weg zur Metro kam ich durch die atmosphärische Dianchi Road.

Als erstes stand die Shanghai Urban Planning Exhibition Hall auf dem Plan. Auf vier Etagen bekommt der geneigte Besucher hier für 40 Yuan allerlei Wissenswertes über die Shanghaier Stadtplanung präsentiert. In der Lobby wird hier die Entwicklung entlang des Huangpu an einem Modell präsentiert, wo auch die Planungen für das Gelände der Expo 2010 zu sehen sind. In einem Zwischengeschoss mit freiem Blick auf die Lobby findet man zahlreiche Fotographien und Karten des alten Shanghai wieder. Der dritte Stock – der zweite ist für Sonderschauen reserviert – befindet sich dann ein Modell von Shanghai im Maßstab 1:2000, dass jedes einzelne Gebäude der Stadt enthält, oder wie es im besten Shanghaier Englisch heißt, der Master Plan. Durch eine Öffnung in der Decke kann dieses Modell auch zusätzlich noch von einem Stockwerk darüber betrachtet werden. Darüber hinaus gibt es in der vierten Etage zahlreiche themenspezifische Bereiche wie Flughafen, Umweltschutz, Transport, der neue Containerhafen, der auf einer Inselgruppe 30km im Meer entstehen soll und vieles weitere. Das ganze ist immer interessant aufbereitet und illustriert und somit nicht nur für angehende Städtebauer sehenswert!

Anschließend lädt das Cafe im fünften Stock mit seinem fantastischen Blick über den Renmin Square noch etwas zum Verweilen ein. Im Keller (!!) gibt es dann noch eine nachgestellte Shanghaier Straßenszene zu Beginn des letzten Jahrhunderts, in der echte Geschäfte zu finden sind. Wer das Municipal History Museum kennt hat hier nichts verpasst. 😉

Maglev (Transrapid – 上海磁浮示范运营线)

Vom Oriental Pearl Tower ging es dann mit der Metro bis zur Longyang Road Station. Hier befindet sich die städtische Haltestelle des Transrapid, in China besser bekannt als Maglev (上海磁浮示范运营线) oder Xinhu Pearl. Was die dämlichen Deutschen nicht fertigbringen – fahrt doch mal vom Flughafen München zum Hauptbahnhof! – wurde in China im Dreischichtbetrieb von 10.000 Arbeitern in nur 22 Monaten fertiggestellt. Für 80 Yuan für Hin- & Rückfahrt kann man die 30 Kilometer zwischen dem Pudong International Airport und der Longyang Station in knapp 8 Minuten überbrücken. Maximalgeschwindigkeit von 431km/h inklusive. Die Vibrationen während der Fahrt sind dann auch nicht technisch bedingt, sondern entstehen durch Gegen- und Seitenwinde.

Für knapp 50 Sekunden raßt man also über eine langsam im Sumpf versinkende Strecke durch Vorstädte und über Felder. Der Rest der 8-Minuten-Fahrt wird zum Beschleunigen und Abbremsen benötigt. Ein tolles Erlebnis made in Germany – nicht nur für technikbegeisterte Besucher. Der große Durchbruch des Transrapid steht aber noch aus. Das mag wohl auch daran liegen, dass die Transrapid-Trasse nicht ins Stadtzentrum von Shanghai selbst führt, sondern lediglich an die Stadtgrenze von wo aus man dann mit der U-Bahn oder per Taxi (was wohl nicht immer ratsam ist) weiterfahren muss. Da ist ein Taxi direkt vom Flughafen dann halt nur unwesentlich langsamer. Doch ein Ausbau der Strecke vorbei am künftigen Expogelände die hier 2010 stattfindet und weiter nach Hangzhou (ca. 100km), sowie eine Abzweigung zum alten und immer noch für Inlandsflüge genutzten Flughafen Hongqiao ist immer wieder im Gespräch.

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