Transrapid in Shanghai wird verlängert!?

Wie der Spiegel heute meldet wird die Transrapidstrecke, oder Maglev wie er in Shanhai heißt, voraussichtlich über das Expo-Gelände – die 2010 in Shanghai stattfindet – hin zum Flughafen Hongqiao verlängert. Eine entsprechende Vermutung habe ich ja bereits in meinem Maglev-Eintrag geäußert. Damit würde die Strecke auch endlich in Shanghais Stadtkern führen und wäre somit wesentlich attraktiver um vom oder zum Pudong International Airport zu gelangen. Über die weitere Verlängerung in das rund 175 Kilometer entfernte Hangzhou ist noch nichts bekannt.

Lediglich das Votum der Kommunistischen Partei steht noch aus. Eine entsprechende Entscheidung wird aber für den am 15. Oktober beginnenden Parteitag erwartet. Mit ausschlaggebend für die Einigung aller beteiligten Parteien war scheinbar auch das Bekenntnis der Deutschen zur Transrapidstrekce vom Münchener Flughafen zum Hauptbahnhof, das ebenfalls noch nicht ganz in trockenen Tüchern ist. Aber bis in Deutschland eine endgültige Entscheidung fällt haben die Chinesen ihre Streckenverlängerung vermutlich schon gebaut! 😉

Rückflug

Am nächsten Morgen hieß es erst einmal die restlichen Dinge und Hotelsouvenirs 😎 einzupacken, meinem Zimmer Lebewohl zu sagen und auszuchecken. Mit dem Taxi – VW Santana selbstverständlich 😉 – ging es dann auf einer erneut halsbrecherischen Fahrt, auf der ich mehrmals die Augen schließen musste, zum Pudong International Airport. Nach dem Einchecken und der Passkontrolle war erstmal das zurückwechseln meiner restlichen Yuan in Euro angesagt. Hierzu unbedingt den/die Wechselbelege aufheben, denn ohne gültige Belege kann man auch keine Yuan zurückwechseln! Nach etwas Warten ging es dann mit ca. 45 Minuten Verspätung mit Alitalia Flug AZ791 zurück nach Mailand. Das Boardunterhaltungsprogramm lief dieses mal auf Hochtouren und so wurden sage und schreibe fünf Filme geboten – Fever Pitch, The Devil Wears Prada, Inside Man, The Greatest Game Ever Played & X-Men: The Last Stand.

Auch der Rückflug von Mailand verzögerte sich etwas. In München ging dafür alles ganz schnell. 20 Minuten nach der Landung stand ich dann schon vor dem Fahrkartenautomaten der S-Bahn, wo es gar nicht so leicht ist aus dem Tarifdickicht die richtige Fahrkarte auszuwählen! Nach ewig langer Fahrt zum Hauptbahnhof – wann kommt endlich der Transrapid? – ging es von dort aus nach Augsburg, wo ich gegen ein Uhr morgens schon erwartet wurde!

Maglev (Transrapid – 上海磁浮示范运营线)

Vom Oriental Pearl Tower ging es dann mit der Metro bis zur Longyang Road Station. Hier befindet sich die städtische Haltestelle des Transrapid, in China besser bekannt als Maglev (上海磁浮示范运营线) oder Xinhu Pearl. Was die dämlichen Deutschen nicht fertigbringen – fahrt doch mal vom Flughafen München zum Hauptbahnhof! – wurde in China im Dreischichtbetrieb von 10.000 Arbeitern in nur 22 Monaten fertiggestellt. Für 80 Yuan für Hin- & Rückfahrt kann man die 30 Kilometer zwischen dem Pudong International Airport und der Longyang Station in knapp 8 Minuten überbrücken. Maximalgeschwindigkeit von 431km/h inklusive. Die Vibrationen während der Fahrt sind dann auch nicht technisch bedingt, sondern entstehen durch Gegen- und Seitenwinde.

Für knapp 50 Sekunden raßt man also über eine langsam im Sumpf versinkende Strecke durch Vorstädte und über Felder. Der Rest der 8-Minuten-Fahrt wird zum Beschleunigen und Abbremsen benötigt. Ein tolles Erlebnis made in Germany – nicht nur für technikbegeisterte Besucher. Der große Durchbruch des Transrapid steht aber noch aus. Das mag wohl auch daran liegen, dass die Transrapid-Trasse nicht ins Stadtzentrum von Shanghai selbst führt, sondern lediglich an die Stadtgrenze von wo aus man dann mit der U-Bahn oder per Taxi (was wohl nicht immer ratsam ist) weiterfahren muss. Da ist ein Taxi direkt vom Flughafen dann halt nur unwesentlich langsamer. Doch ein Ausbau der Strecke vorbei am künftigen Expogelände die hier 2010 stattfindet und weiter nach Hangzhou (ca. 100km), sowie eine Abzweigung zum alten und immer noch für Inlandsflüge genutzten Flughafen Hongqiao ist immer wieder im Gespräch.