Shanghai (上海) sum up

Dass waren sie also, meine acht Tage in Asiens Boomtown Shanghai (上海). Atemberaubend groß, beeindruckend schön aber auch ungemein anstrengend sind die Attribute, die mir abschließend dazu einfallen. Definitiv eine Stadt die man mal gesehen haben sollte und die man eventuell über Jahre hinweg öfters einmal besuchen sollte um die rapiden Veränderungen zu sehen und mitzuerleben die Shanghai erfährt. Wer weiß vielleicht zur Expo 2010 wieder! 😉
Highlights waren sicherlich – wie sollte es anders sein – der Bund (外滩), sowohl bei Tag wie auch zur nächtlichen Stunde, der Yuyuan Garden (豫园) mit seinen zahlreichen Teichen, Felsformationen und Pagoden, Xintiandi (新天地) und die French Concession mit ihrem unnachahmlichen Flair und Pudong respektive Lujiazui (陆家嘴) mit seinen zahlreichen Wolkenkratzern und dem Oriental Pearl Tower (东方明珠塔).

Ein erneuter Besuch in Shanghai lässt sich schon kaum deshalb nicht vermeiden, weil ich sowohl die Seidenstadt Suzhou (苏州) als auch den Westsee in Hangzhou (杭州) nicht besucht habe! Also auf bald und 再见 (Zài jiàn). Winke winke

Super Brand Mall

Direkt zu Füßen des Oriental Pearl Towers liegt die Super Brand Mall (正大広場) – Asiens größtes Einkaufsgebäude. Hier muss man erst einmal über diverse Rolltreppen in den dritten Stock fahren um dann erst in einem riesigen Atrium zu stehen! Zu finden sind hier hauptsächlich Modegeschäfte aber auch eine Buchhandlung oder Toys’R’Us ist hier vertreten.

Doch wird hier auch der Größenwahn der Stadtväter und der „Partei“ deutlich. Denn ein Großteil der Ladenflächen steht nach wie vor leer. Dafür ist man aber um die Hygiene ungemein besorgt und so ist überall Personal anzutreffen, welches Handläufe reinigt oder wieder ein paar Quadratmeter des Bodens wischt.
Zum Geld ausgeben sicherlich gut geeignet – billiger ist es wo anders. Aber aufgrund der schier unglaublichen Dimensionen sollte man durchaus mal einen Blick riskieren.

Jin Mao Tower (金茂大厦)

Der Jin Mao Tower (金茂大厦) ist mit seinen 421 Metern das höchste Gebäude Shanghais und ganz China’s, noch vor dem 2IFC in Hong Kong. Der Oriental Pearl Tower – kein Gebäude, sondern ein Bauwerk – ist mit seinen 468 Metern allerdings noch ein gutes Stück höher. Allerdings werden diese beiden in Kürze vom Shanghai World Financial Center mit seinen avisierten 492 Metern, direkt neben dem Jin Mao Tower, überragt werden.

Im obersten, dem 88. Stockwerk befindet sich eine Aussichtsplattform die man mit einem Expresslift in knapp einer Minute erreicht (50 Yuan). Im Zweifelsfall ist dies auch die interessantere Aussicht wie die vom Oriental Pearl Tower. Eben wegen jenem.

Die unteren Stockwerke beherbergen Büroräume. Die oberen 38 Etagen sind vom Grand Hyatt Hotel belegt. Vom 53. bis zum 87. Stockwerk erstreckt sich das beeindruckende Hotelatrium in welches man ebenfalls vom Aussichtsdeck hinab blicken kann.

Unter einem erstreckt sich von hier ein fantastisches Lichtermeer! Einfach grandios der Ausblick!

Maglev (Transrapid – 上海磁浮示范运营线)

Vom Oriental Pearl Tower ging es dann mit der Metro bis zur Longyang Road Station. Hier befindet sich die städtische Haltestelle des Transrapid, in China besser bekannt als Maglev (上海磁浮示范运营线) oder Xinhu Pearl. Was die dämlichen Deutschen nicht fertigbringen – fahrt doch mal vom Flughafen München zum Hauptbahnhof! – wurde in China im Dreischichtbetrieb von 10.000 Arbeitern in nur 22 Monaten fertiggestellt. Für 80 Yuan für Hin- & Rückfahrt kann man die 30 Kilometer zwischen dem Pudong International Airport und der Longyang Station in knapp 8 Minuten überbrücken. Maximalgeschwindigkeit von 431km/h inklusive. Die Vibrationen während der Fahrt sind dann auch nicht technisch bedingt, sondern entstehen durch Gegen- und Seitenwinde.

Für knapp 50 Sekunden raßt man also über eine langsam im Sumpf versinkende Strecke durch Vorstädte und über Felder. Der Rest der 8-Minuten-Fahrt wird zum Beschleunigen und Abbremsen benötigt. Ein tolles Erlebnis made in Germany – nicht nur für technikbegeisterte Besucher. Der große Durchbruch des Transrapid steht aber noch aus. Das mag wohl auch daran liegen, dass die Transrapid-Trasse nicht ins Stadtzentrum von Shanghai selbst führt, sondern lediglich an die Stadtgrenze von wo aus man dann mit der U-Bahn oder per Taxi (was wohl nicht immer ratsam ist) weiterfahren muss. Da ist ein Taxi direkt vom Flughafen dann halt nur unwesentlich langsamer. Doch ein Ausbau der Strecke vorbei am künftigen Expogelände die hier 2010 stattfindet und weiter nach Hangzhou (ca. 100km), sowie eine Abzweigung zum alten und immer noch für Inlandsflüge genutzten Flughafen Hongqiao ist immer wieder im Gespräch.

Shanghai Municipal History Museum

Das Shanghai Municipal History Museum befindet sich direkt am Fuß des Oriental Pearl Towers. Die Ausstellung beginnt mit zahlreichen für Shanghai typischen Fortbewegungsmittel. Darunter auch Sänften, diverse Riksha’s und natürlich der berühmt berüchtigte VW Santana. Ein Stockwerk höher geht der Rundgang dann weiter durch diverse Zeitepochen, die Shanghais Aufstieg vom kleinen Piratennest über Baumwollhandel und Flussfährdienste hin zu einer prosperierenden Weltmetropole dokumentieren. Zahlreiche begehbare Modelle und Straßenzüge lassen das alte Shanghai – inklusive Opiumhöhlen und Teehäusern – wieder aufleben. Am Ende gibt es dann noch zahlreiche Modelle von Shanghais bekanntesten Gebäuden und Vierteln.

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