Tsim Sha Tsui East Promenade (尖沙嘴東) – again

Da ich unbedingt nochmal mit der Star Ferry (天星小輪) über den Victoria Harbour fahren wollte, begab ich mich von der IFC-Mall Richtung Star Ferry Pier und genoss noch einmal die 8-minütige Fahrt.
Angekommen in Tsim Sha Tsui schlenderte ich ein letztes Mal über die Avenue Of Stars (星光大道) und genoss meine letzten Stunden in Hong Kong mit einem Blick auf die weltberühmte Skyline. Hier verabschiedete ich mich dann auch geistig schon mal von dieser wundervollen und aufregenden Stadt.
Zurück nach Hong Kong Island nahm ich die Star Ferry zum Convention & Exhibition Centre.

Kung Fu Corner

Von der Noon Day Gun machte ich mich Richtung Kowloon Park auf, wo jeden Sonntag zwischen 14.30 und 16.30 Uhr auf dem Sculpture Walk das sogenannte Kung Fu Corner stattfindet. Kung Fu Schulen aus ganz Hong Kong stellen ihr Können in traditionellen chinesischen Kampfkünsten unter den Augen einer Jury vor. Und Löwen- und Drachentänze werden aufgeführt.
Jeden Sonntag? Ein Event, dass man als leidlich Kung Fu Interessierter nicht verpassen sollte! Also ich kam so gegen 13.45 am Sculpture Walk an, der sich langsam mit Touristen – aber auch etlichen Chinesen – füllte und ergatterte mir ein gutes Plätzchen. Nachdem ich ein paar indischen Mädchen beim Singen zuhörte, einem armen Chinesen bei seinem Streifzug von Mülltonne zu Mülltonne zusah und eine chinesische Familie (Opa, Oma, Mutter & Sohn) beobachtete wurde es langsam 14.30 Uhr.

Doch leider geschah nichts. Vielleicht eine Vorführung des unischtbaren Drachens? Wohl eher nicht. Gegen 15.00 Uhr kam dann edlich eine Durchsage über die aufgestellten Lautsprecher. Die Veranstaltung fällt heute aus! Den Grund habe ich leider nicht erfahren. Tja schade. Hätten mich die Kung Fu Vorführungen brennend interessiert. 🙁

Tsim Sha Tsui (尖沙嘴)

Vom Star Ferry Pier aus ging ich über die Salisbury Road vorbei am weltberühmten Peninsula Hotel, indem schon James Bond in The Man With The Golden Gun logierte. Damals – der Film ist aus dem Jahr 1974 – befand sich das Hotel allerdings noch direkt am Wasser. Auch hier wird einmal mehr deutlich, wie schnell sich die Stadt doch verändert und wie knapp der zur Verfügung stehende Platz doch ist.

Direkt nach dem Peninsula bog ich nach links in die berühmte Nathan Road (彌敦道) ab. Diese Straße ist die Hauptschlagader Kowloons (九龍) und verläuft von Süd nach Nord bis nach Mong Kok. Die Straße bekam nach dem zweiten Weltkrieg den Spitznamen The Golden Mile. Zum einen wohl wegen der zahlreichen Leuchtreklamen, die sich über der Straße befinden und zum anderen wegen der zahlreichen Juweliere, die sich hier befinden. Übrigens ein Phänomen, dass sich in ganz Hong Kong beobachten lässt. Geschäfte einer bestimmten Art sind nicht gleichmäßig über die ganze Stadt verteilt, sondern bilden immer mit anderen eine Einheit. Seien es nun Antiquitäten (Hollywood Road), Vögel (Yuen Po Street Bird Garden), Blumen (Flower Market Road), Fische & Aquarien (Tung Choi Street), Computer & Digitalkameras (Causeway Bay) oder eben Schmuck und Juwelen in der Nathan Road. Doch Vorsicht, hier werden wohl mehr Fälschungen als Originale verkauft. Bereits am Star Ferry Pier erwarten einen die Inder, die einem billige maßgeschneiderte Anzüge oder Uhren andrehen wollen. Wenigstens sind sie ehrlich! Angebote wie „Fake Rolex!“ und „Copy Rolex!“ muss man hier alle paar Meter über sich ergehen lassen.

Ziemlich am Anfang der Nathan Road befindet sich eine weitere Hong Konger Institution: Chungking Mansions (重慶大廈). Dieses mit zahlreichen billigen Hostels, Wechselstuben und Geschäften aller Art gefüllte Gebäude, bietet mittlerweile über 4.000 Menschen – überwiegend aus kulturellen Minderheiten wie Indien & Afrika – ein Dach über dem Kopf. Der Hong Konger Regisseur Wong Kar Wai setzte diesem Schmelztiegel verschiedener Kulturen mit seinem Film Chungking Express (重慶森林) ein filmisches Denkmal.

Etwas weiter nördlich befindet sich der Kowloon Park (九龍公園), eine riesige grüne Oase inmitten des von hektischem Treiben geprägten Tsim Sha Tsui (尖沙嘴). Unzählige Bänke laden an den zahlreichen Teichen und Vogelkäfigen zum Verweilen ein. Der Sculpture Walk zeigt Werke lokaler Künstler und dient am Sonntag als Austragungsort für Kung Fu Corner. Am nördlichen Ende des Parks befindet sich der Kowloon Park Swiming Complex. Hier ist aber am Wochenende vor lauter Badenden kein Wasser mehr zu sehen.

KCR Clock Tower

Direkt hinter dem Kowloon Public Pier befindet sich das Hong Kong Cultural Centre (香港文化中心). Das wellenförmige Gebäude beherbergt einen Konzertsaal und mehrere Theater sowie eine der größten Orgeln der Welt, mit insgesamt 8000 Orgelpfeifen. Obwohl das Gebäude direkt am Wasser steht, und eine der weltweit impossantesten Skylines vor Augen hat, besitzt der Bau so gut wie keine Fenster.

Direkt zwischen dem Hong Kong Cultural Centre und dem Star Ferry Pier befindet sich der ehemalige Uhrenturm der Kowloon-Canton Railway (KCR), der KCR Clock Tower. Der 45 Meter hohe, 1921 errichtete Turm war einmal Bestandteil des Südbahnhofs, der aber 1975 nach Hung Hom verlegt wurde. Während unseres Aufenthalts in Hong Kong wurde gerade der gesamte Teil der Tsim Sha Tsui East Promenade zwischen Hong Kong Cultural Centre und Star Ferry Pier renoviert, so dass der Turm recht deplatziert zwischen Absperrungen und Baufahrzeugen stand.

Temple Street Night Market (廟街)

Von Sheung Kai Wan ging es dann mit der MTR (地鐵) – der U-Bahn – nach Kowloon, um dort den Temple Street Night Market (廟街) aufzusuchen. Der Markt öffnet bereits Nachmittags, doch die meisten Händler kommen erst ab 18:00 Uhr. Von billiger Kleidung, Uhren, raubkopierten CDs, Schuhen über Kochgeschirr und sonstigem Nippes bietet der Markt alles womit sich sowohl Touristen, aber auch Einheimische, zum Kauf verleiten lassen. Handeln ist in den Marktständen – anders als in den meisten Ladengeschäften – Pflicht.

Neben den Händlern sind auch etliche Wahrsager anzutreffen. Gelegentlich finden auch Aufführungen einer kantonesischen Oper unter freiem Himmel statt.