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Shanghai (2006) Urlaub

The Devil rides VW Santana!

Zügiges Fahren ist ja eine Sache, aber was in Shanghai in Punkto Verkehr abgeht spottet jeglicher Beschreibung. Ampeln – insbesondere rote – dienen hier mehr oder weniger nur zur Beleuchtung einer Kreuzung denn zur Regelung des Verkehrsflusses. Der Wechsel von vier Spuren auf einmal ist nicht die Ausnahme sondern die Regel. Vom Rechts überholen ganz zu schweigen. Insbesondere die zahlreichen Taxis, die fast ausnahmslos vom Typ VW Santana sind, stellen den natürlichen Feind eines jeden Fußgängers in Shanghai dar! Zum Artenschutz setzt die Stadt Shanghai Verkehrslotsen ein – teilweise sogar vier bis fünf pro Kreuzung -, die sich bewaffnet mit Trillerpfeife und Warnweste in ihrer grünen Uniform todesmutig in den Verkehr werfen und dabei neben motorisierten Verkehrsteilnehmern genauso Passanten mit Pfiffen zurechtweisen die meinen bereits vor der Grünphase eine Straße überqueren zu müssen. All dies in der Hoffnung den Shanghaiern bis zur Expo 2010 ein Mindestmaß an Verkehrssicherheit beizubringen.

Und nur weil man sich auf einem Fußweg oder Gehsteig befindet heißt dies nicht automatisch, dass einem keine Fahrzeuge mehr entgegen kommen oder von hinten anhupen und/oder an einem vorbeirauschen. Autos sind auf Gehsteigen zwar seltener anzutreffen – zumindest fahrend – allerdings muss man sich immer noch gehörig vor Motorrollern und Fahrrädern in Acht nehmen. Und so dient ein Gehsteig auch nicht als Fußweg sondern in erster Linie als Parkplatz für eben jene Zweiräder – des Öfteren sogar mit „Parkplatz“-Wächter und Einweiser! So ist es auch nicht verwunderlich, dass für manch einen schon eine einfache Luftpumpe die Grundlage für ein eigenes Geschäft ist!

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Shanghai (2006) Urlaub

Confucian Temple

Um wieder etwas zur Ruhe zu kommen bietet sich ein Besuch im 1855 errichteten und kürzlich renovierten Confucian Temple in der Wenmiao Road an (Eintritt: 10 Yuan). Rechts neben dem Eingang gibt es einen kleinen aber wunderschönen Garten mit einem Teich in der Mitte, der zum Verweilen einlädt.
In den zahlreichen Hallen des Tempels sind oftmals Ausstellungen zu klassischer chinesischer Kunst und Kultur zu bestaunen. Während meines Besuches gab es hier zahlreiche Holzschnitzereien aus ganz China zu sehen. Immer wieder Sonntag findet hier auch ein beliebter Büchermarkt statt!

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Shanghai (2006) Urlaub

Old Town & Huxinting Teehaus

Direkt vor den Toren des Yuyuan Gartens befindet sich inmitten eines kleine Sees das Huxinting Teehaus. Dieses ist über eine Zickzackbrücke erreichbar – um böse Geister abzuhalten, die sich nur in geraden Linien bewegen können. Andererseits ist die Zickzackform auch besser geeignet um Touristen auszubremsen! 😉 Dieses berühmteste aller chinesischen Teehäuser wurde u.a. bereits von Queen Elizabeth II and Bill Clinton besucht.

Direkt vor den Toren des Yuyuan Garden befindet sich der Bazar mit gleichen Namen. Hier reihen sich hunderte von Souvenir-Shops und Lokalen aneinander, die um die Gunst der Touristen werben. Beim Yuyuan Bazar handelt es sich aber nicht um ein Stück historisches China, wie der Anschein vermuten lassen könnte, sondern hier wurde in den letzten Jahren alles komplett neu errichtet.

Direkt südlich des Yuyuan Bazars befindet sich die Central Fangbang Road, die gerne auch als Old Street bezeichnet wird. Hier reiht sich immer noch ein Geschäft an das andere, wo versucht wird den Touristen das Geld aus der Tasche zu ziehen. Doch mischen sich hier dann doch schon einige eher für Einheimische relevante Läden darunter.

Geht man weiter Richtung Westen ist man in der Dajing Road dann in einem der letzten verbleibenden traditionellen Wohngegenden in Shanghai angelangt, die noch nicht dem Erdboden gleichgemacht wurden. Hier hängt die Wäsche noch aus den Fenstern über der Straße.
An der Kreuzung zur Renmin Road kann man dann noch ein Stück der einst 5km langen Stadtmauer sehen, die 1553 zum Schutz vor Piraten errichtet wurde.

Über die Shouning Road gelangt man zur Dongtai Road in der ein Antiquitätenmarkt zu finden ist. Hier gibt es manch alte Rarität und Memorabilia zu bestaunen und zu erwerben, und vieles was gerne alt wäre.
Gegen Abend kann man hier die Leute aus der Gegend beim gemeinsamen Mahjong-Spiel auf der Straße beobachten.
Streift man etwas durch die zahlreichen Straßen und verwinkelten Gassen kann man hier das alltägliche Leben in Shanghais Old Town beobachten. Zahlreiche Händler, die ihre Waren auf der Straße anbieten. Alte Frauen, die ihre Eikäufe nach Hause bringen, oder Kinder die in ihren Schuluniformen auf dem Nachhauseweg sind.

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Shanghai (2006) Urlaub

Yuyuan Garden (豫园)

Der Yuyuan Garten (豫园) – der Garten der Zufriedenheit – zählt zu Shanghais bedeutendsten klassischen Sehenswürdigkeiten. Des Weiteren wird er auch zu den vier schönsten chinesischen Gärten gezählt. 1559 als Ruhesitz eines hohen Beamten entstanden, ist aus dieser Epoche jedoch nichts mehr übrig geblieben. In seiner jetzigen Form entstand der Garten erst im 18. und 19. Jahrhundert, als verschiedene Kaufmannsgilden den verwilderten Garten aufkauften und dort Gebäude für ihre Versammlungen einrichteten. Die Mauern, die die einzelnen Bereiche des Gartens unterteilen sind mit wundervollen Drachenmotiven verziert.

Der Yuyuan Garten ist mit seinen 2 Hektar eigentlich nicht besonders groß, aber durch den geschickten Einsatz von Felsformationen, kleinen Gängen und zahlreichen Teichen lädt der Garten zu ausgiebigen Erkundungsgängen ein. Die zahlreichen Pavillone hingegen bieten die Möglichkeit zu rasten, und Ruhe zu finden – zumindest soweit dies im Gewimmel der Touristen möglich ist.

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Shanghai (2006) Urlaub

Suzhou Creek (苏州河) & Central Sichuan Road

Am nächsten Morgen ging es erstmal die North Suzhou Road entlang, bis ich bei dem prächtigen Shanghai Post Office, mit seinem Uhrenturm, ankam.
Hier überquerte ich dann den Suzhou Creek. Auf der Brücke hat man einen schönen Blick über den Fluss in Richtung Pudong.
Die Central Sichuan Road verbreitet ein tolles urbanes Feeling. Im Schatten der Bäume kommt man hier an zahlreichen kleinen Geschäften vorbei. Der schmale Gehsteig wird auch hier – wie in ganz Shanghai üblich – als Parkplatz für die zahlreichen Motorroller und Fahrräder missbraucht. So dass dann als einzig möglicher Fußweg letztendlich nur die Straße übrig bleibt.