Pudong (浦东) – Riverside Promenade

Mit der U-Bahn ging es vom ehemaligen französischen Konzessionsviertel wieder Richtung Huangpu zur Haltestelle Middle Henan Road. Von dort aus begab ich mich wieder zum Bund, wo auf Höhe der East Yan’an Road die Fähre nach Pudong an- und ablegt. Der Anleger befindet sich unterhalb der Uferpromenade und der Fahrpreis von 2 Yuan ist gegenüber den Drehkreuzen an den kleinen Kassenhäuschen zu entrichten. Am besten den Schalter nehmen, wo man keinen gestressten Mitarbeiter aus dem Schlaf reißt 😉 .Der Anleger auf Pudongseite befindet sich leicht südlich des Riverside Park und der gleichnamigen Riverside Promenade. Die neuen Wolkenkratzer im Rücken bietet diese 2,5 Kilometer lange Promenade, die mit Cafes – Starbucks ist natürlich obligatorisch -, Bars und Restaurants gesäumt ist, den besten Ausblick auf den Bund mit seinen altehrwürdigen Gebäuden. Hier wird man im Allgemeinen auch nicht von Touristenherden niedergetrampelt, da der „Andrang“ hier wesentlich geringer ist, als auf der anderen Uferseite. Das mag aber auch an der großzügigeren Planung und Architektur von Pudong liegen, wo ein einzelner schnell untergeht und vierspurige Straßen quasi aus dem Nichts beginnen!

Beyond The Bund

Am nächsten Morgen schlenderte ich erneut den Bund hinunter. In Höhe der Überführung der East Yan’an Road wechselte ich von der erhöhten Bund-Promenade hinunter auf die East Zhongshan No. 1 Road. Einen Block weiter südlich überquerte ich die East jinling Road (Überführung benutzen!) und folgte dieser. Die erste links ist die Yong’an Road, in der zahlreiche kleine Geschäfte zu finden sind. Zweimal rechts abbiegen, und ich folgte der Central Sichuan Road bis zur Fuzhou Road in die ich links abbog. An der Kreuzung zur Central Jiangxi Road findet man an jeder Ecke der Kreuzung ein Gebäude, dessen architektonischer Stil sich mit den anderen dreien deckt. Mein weiterer Spaziergang durch die Straßen hinterhalb des Bund’s führte mich an zahllosen alten Stadtgebäuden vorbei, die man alle wohl eher in London um das Jahr 1900 herum vermuten möchte, und weniger in einer chinesischen Metropole wie Shanghai.

In Puxi – also östlich des Huangpu Flusses (westlich wäre Pudong) – verlaufen alle Straßen die den Namen einer chinesischen Provinz tragen von Nord nach Süd. Alle Straßen die nach chinesischen Städten benannt sind, verlaufen von Ost nach West.
Mit Erreichen der East Beijing Road, beschloss ich mich auf dieser wieder Richtung Bund zu bewegen. Die East Beijing Road führt direkt auf den Huangpu Park zu in dem ich mich nun etwas umsah. Der Park ist jedoch reichlich unspektakulär und dient wohl nur zur „Blumendeko“ für das Monument To The People’s Heros. Tipp: Nördlich des Zugangs zur Treppe des Monument To The People’s Heros ist ein Teich angelegt über den ein Steg mit mehreren Pavillions führt. Ideal für eine kleine Verschnaufpause abseits des Touristentrubels.

The First Impression Of Shanghai

Nachdem ich ausgepackt hatte, packte ich erstmal meine Kamera, ging über die direkt vor dem Hotel gelegene Garden Bridge (外白渡桥; Wàibáidù Qiáo) über den Suzhou Creek (苏州河), die 1937 quasi die Grenze zwischen der Internationalen Siedlung und dem japanisch besetzten Hongkou und Zhabei darstellte. 100m den Bürgersteig entlang und man geht links durch ein großes Eisentor, und steht am Fuße einer Treppe, die zum Monument of the People’s Heros, hinaufführt. Damit befindet man sich automatisch am nördlichen Ende des Bund (外滩). «Bund» ist anglo-indisch und bedeutet soviel wie Kaimauer. Der Bund bietet einen hervorragenden Blick über den Huangpu River (黄浦江) auf den Finanzdistrikt Pudong (浦东) und seine Wolkenkratzer und den Oriental Pearl Tower (东方明珠塔). Noch zu Anfang der 90er Jahre bestand Pudong aus nichts anderem als Ackerland und ein paar Hütten. Heute befinden sich dort u.a. zwei der höchsten Gebäude der Welt – und ein drittes wird gerade gebaut! Zusammen mit den alten Kolonialgebäuden diesseits des Bund’s ergibt sich hier ein extremer Kontrast zwischen Alt und Neu, der diese Ansicht so reizvoll macht, und nicht umsonst in fast allen Reiseführen zum No. 1 To-Do in Shanghai befördert wird.

Marschiert man den Bund hinunter ergeben sich immer wieder neue Blicke auf Pudong, den Schiffsverkehr auf dem Huangpu, und die grauen Eminenzen, die sich auf der anderen Straßenseite aneinanderreihen. Am Nordende des Bund’s befinden sich diverse Restaurants und Cafe’s, die aber während meines ganzen Aufenthalts in Shanghai – egal zu welcher Tages- & Nachtzeit – stets nur spärlich besetzt waren ;-). Etwas weiter südlich reiht sich dann ein Fotograf an den nächsten, die den Touristen eine unvergessliche Aufnahme verkaufen (wollen). Ganz im Süden gelangt man dann zu den Fähranlegern für Ausflüge auf dem Huangpu und zu der Fähre nach Pudong (etwas versteckt „unter“ der Promenade).

Astor House Hotel

Nach einer ausgedehnten Taxifahrt, die nicht auf direktem Weg – aber vielleicht auf dem schnellsten Weg – durch Shanghai führte, stand ich dann vor meiner Bleibe für die nächsten acht Nächte. Das Astor House Hotel (浦江饭店) (ehemals Richard’s Hotel) ist ein altehrwürdiges Gebäude in der Huangpu Lu direkt gegenüber dem russischen Konsulat und in unmittelbarer Nähe zum Bund. Gegründet 1846 behauptet es von sich selbst das erste westliche Hotel Chinas gewesen zu sein. Zu seinen Gästen zählten bereits Albert Einstein und Charlie Chaplin.

Seine großen Zimmer, die hohen Decken und Holzfußböden verleihen dem Hotel eine noble und stilvolle Note. Im zweiten Obergeschoß befindet sich noch eine wunderschöne Galerie. Sowohl seine Lage wie auch Ausstattung und Atmosphäre machen das Astor House Hotel zu einem wahren Schnäppchen und echtem Geheimtipp.