The Bund Sightseeing Tunnel

Billige Lichteffekte gepaart mit einer seltsamen tonalen Untermalung bietet die Fahrt durch den Bund Sightseeing Tunnel. Die Strecke, knappe 647 Meter, überbrückt man in einer führerlosen Kabine – würde ja auch kein Mensch 8, 10 oder 12 Stunden pro Tag aushalten – in einem Schienensystem made in Europe! Das ganze ist schon wieder so schlecht, dass es schon fast wieder Kultcharakter besitzt, und den Chinesen die mit mir in der Kabine waren scheint es gefallen zu haben! 😎 Ärgerlich nur für diejenigen, die auch noch einen Rückfahrschein erworben haben! So kann man wenigstens behaupten die schnellste Verbindung – wenn man nicht anstehen muss – zwischen Puxi und Pudong genutzt zu haben, für stolze 30 Yuan!

Pudong (浦东) – Riverside Promenade

Mit der U-Bahn ging es vom ehemaligen französischen Konzessionsviertel wieder Richtung Huangpu zur Haltestelle Middle Henan Road. Von dort aus begab ich mich wieder zum Bund, wo auf Höhe der East Yan’an Road die Fähre nach Pudong an- und ablegt. Der Anleger befindet sich unterhalb der Uferpromenade und der Fahrpreis von 2 Yuan ist gegenüber den Drehkreuzen an den kleinen Kassenhäuschen zu entrichten. Am besten den Schalter nehmen, wo man keinen gestressten Mitarbeiter aus dem Schlaf reißt 😉 .Der Anleger auf Pudongseite befindet sich leicht südlich des Riverside Park und der gleichnamigen Riverside Promenade. Die neuen Wolkenkratzer im Rücken bietet diese 2,5 Kilometer lange Promenade, die mit Cafes – Starbucks ist natürlich obligatorisch -, Bars und Restaurants gesäumt ist, den besten Ausblick auf den Bund mit seinen altehrwürdigen Gebäuden. Hier wird man im Allgemeinen auch nicht von Touristenherden niedergetrampelt, da der „Andrang“ hier wesentlich geringer ist, als auf der anderen Uferseite. Das mag aber auch an der großzügigeren Planung und Architektur von Pudong liegen, wo ein einzelner schnell untergeht und vierspurige Straßen quasi aus dem Nichts beginnen!

The Bund At Night

Was bei Tage faszinierend aussieht, muss man natürlich auch bei Nacht gesehen haben! Der Blick vom Bund auf die hell erleuchtete Skyline von Pudong ist einfach spektakulär und atemberaubend. Nicht umsonst rangiert dieser Anblick auf Platz 4 der spektakulärsten Skylines der Welt! Besonderer Eye-Catcher auch bei Nacht, der in verschiedenen Farben illuminierte Oriental Pearl Tower.

Aber auch der Blick nach hinten ist mehr als sehenswert – wenn nicht sogar mehr als der Blick nach Pudong! Die grauen Eminenzen erstrahlen im hellen Licht der Scheinwerfer schier im alten Glanz vergangener Zeiten. Lediglich beim Peace Hotel und bei der China Bank hält man sich etwas mit der Beleuchtung zurück. Ansonsten ist die komplette East Zhongshan No. 1 Road in das goldgelbe Licht der zahlreichen Scheinwerfer getaucht.

The First Impression Of Shanghai

Nachdem ich ausgepackt hatte, packte ich erstmal meine Kamera, ging über die direkt vor dem Hotel gelegene Garden Bridge (外白渡桥; Wàibáidù Qiáo) über den Suzhou Creek (苏州河), die 1937 quasi die Grenze zwischen der Internationalen Siedlung und dem japanisch besetzten Hongkou und Zhabei darstellte. 100m den Bürgersteig entlang und man geht links durch ein großes Eisentor, und steht am Fuße einer Treppe, die zum Monument of the People’s Heros, hinaufführt. Damit befindet man sich automatisch am nördlichen Ende des Bund (外滩). «Bund» ist anglo-indisch und bedeutet soviel wie Kaimauer. Der Bund bietet einen hervorragenden Blick über den Huangpu River (黄浦江) auf den Finanzdistrikt Pudong (浦东) und seine Wolkenkratzer und den Oriental Pearl Tower (东方明珠塔). Noch zu Anfang der 90er Jahre bestand Pudong aus nichts anderem als Ackerland und ein paar Hütten. Heute befinden sich dort u.a. zwei der höchsten Gebäude der Welt – und ein drittes wird gerade gebaut! Zusammen mit den alten Kolonialgebäuden diesseits des Bund’s ergibt sich hier ein extremer Kontrast zwischen Alt und Neu, der diese Ansicht so reizvoll macht, und nicht umsonst in fast allen Reiseführen zum No. 1 To-Do in Shanghai befördert wird.

Marschiert man den Bund hinunter ergeben sich immer wieder neue Blicke auf Pudong, den Schiffsverkehr auf dem Huangpu, und die grauen Eminenzen, die sich auf der anderen Straßenseite aneinanderreihen. Am Nordende des Bund’s befinden sich diverse Restaurants und Cafe’s, die aber während meines ganzen Aufenthalts in Shanghai – egal zu welcher Tages- & Nachtzeit – stets nur spärlich besetzt waren ;-). Etwas weiter südlich reiht sich dann ein Fotograf an den nächsten, die den Touristen eine unvergessliche Aufnahme verkaufen (wollen). Ganz im Süden gelangt man dann zu den Fähranlegern für Ausflüge auf dem Huangpu und zu der Fähre nach Pudong (etwas versteckt „unter“ der Promenade).